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30.09.2019

Übergewichtige Jugendliche sind im mittleren Alter anfälliger für Herzinfarkte

Laut einer aktuellen Studie ist die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts bei übergewichtigen oder fettleibigen männlichen Teenagern höher als bei normalgewichtigen Gleichaltrigen, wenn sie ein Alter von etwas über 60 Jahren erreicht haben.

© Galina Barskaya - Fotolia.com

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Schwedische Forscher analysierten Daten von fast 1,7 Millionen Männern in Schweden, die zwischen 1950 und 1987 geboren worden waren und sich bei Beginn der Wehrpflicht im Alter von 18 Jahren umfangreichen körperlichen Untersuchungen unterzogen hatten.

Sie wurden bis zu 46 Jahre lang oder bis zum Alter von 64 Jahren beobachtet.
Während dieser Zeit wurden in dieser Gruppe mehr als 22.000 tödliche und nicht tödliche Herzinfarkte gemeldet, die durchschnittlich im Alter von 50 Jahren auftraten. Ein höherer Body-Mass-Index (BMI) im Alter von 18 Jahren war demnach mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte um das Alter von 65 Jahren verbunden, auch nachdem die Forscher andere Faktoren ausgeschlossen hatten.

Der BMI ist eine Schätzung des Körperfetts basierend auf Größe und Gewicht. Ein BMI von 30 oder mehr gilt als fettleibig.

Das erhöhte Herzinfarktrisiko stieg ab dem als normal geltenden BMI 20 allmählich an. Laut der Studie, die auf der Jahrestagung der European Society of Cardiology in Paris vorgestellt wurde, hatten Männer, die bereit im Alter von 18 Jahren stark übergewichtig waren (BMI 35 oder höher), im späteren Leben ein um mehr als das Dreifache erhöhte Herzinfarktrisiko im Vergleich zu Normalgewichtigen.

"Wir zeigen, dass der BMI bei jungen Menschen ein bemerkenswert starker Risikomarker ist, der während des ganzen Lebens anhält. Unsere Studie legt nahe, dass es sinnvoll ist, den BMI während der Pubertät genau zu überwachen und Übergewicht durch gesunde Ernährung und körperliche Aktivität vorzubeugen", betonte Studienautorin Dr. Maria Aberg in einer Presseveröffentlichung anlässlich der Konferenz.

Aberg ist Dozentin an der Universität Göteborg in Schweden.
Sie merkte an, dass die Ergebnisse mit denen vergangener Forschungsarbeiten zu dem Thema übereinstimmen, die den BMI bei Jugendlichen mit Herzinsuffizienz im Erwachsenenalter in Verbindung gebracht haben.
"Da die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei jungen Erwachsenen weiter ansteigt, werden wir möglicherweise in Zukunft eine entsprechend höhere Rate an Herzinfarkten und Schlaganfällen feststellen müssen", so Aberg. "Eltern, Schulen und politische Entscheidungsträger müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um die Adipositas-Epidemie bei Kindern und Jugendlichen zu stoppen."

Bei Kongressen vorgestellte Forschungsergebnisse gelten in der Regel als vorläufig, bis sie in einem von Fachleuten geprüften Journal veröffentlicht werden.

Quellen: HealthDay, ESC






Autor: äin-red