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01.01.2018

Tipps für Winteraktivitäten

Damit winterliche Aktivitäten im Freien wie Rodeln nicht zu Erkältungen und Verletzungen führen, haben kanadische Kinder- und Jugendärzte einige Ratschläge gesammelt, wie Eltern ihre Kinder richtig auf kaltes Wetter, Eis und Schnee vorbereiten.

© Juozas Rupsys - Fotolia.com

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Kanadische Kinder- und Jugendärzte raten grundsätzlich dazu, Kinder nicht alleine draußen spielen lassen. Sind Kinder unter 8 Jahren alt, sollten immer Erwachsene dabei sein. Bei älteren Kindern sollten zumindest Freunde dabei sein.

Bei „arktischen“ Temperaturen im Haus bleiben

Wenn die Temperaturen etwa -27° C erreichen oder sogar darunter liegen, dann heißt es für Kinder zuhause zu bleiben, denn dann kommt es leicht zu Erfrierungen. Herrscht ein eisiger Wind oder sind die Wetterbedingungen extrem, sollten Kinder schon bei etwas wärmeren Temperaturen besser drinnen spielen. Um Unterkühlungen zu vermeiden, sollten Eltern immer wieder überprüfen, ob ihr Kind warm und trocken ist. Vor allem kleinere Kinder müssen regelmäßige Pausen einlegen und drinnen z.B. ein warmes Getränk zu sich nehmen.

Da die Sonne vom Schnee reflektiert wird, ist insbesondere in höheren Lagen das Eincremen mit einem Sonnenschutzmittel notwendig.

Nach dem „Zwiebelprinzip“ einkleiden

  • Mit mehreren Kleidungsschichten, die ein Kind leicht an- und ausziehen kann, können Eltern leichter verhindern, dass das Kind zu schwitzen oder zu frieren beginnt. Wenn die Füße und Hände warm sind, ist das normalerweise ein gutes Zeichen dafür, dass das Kind ausreichend angezogen ist. Ist ein Kind allerdings zu warm angezogen, besteht die Gefahr, dass es beim Spielen schwitzt und auskühlt, wenn es sich nicht mehr bewegt.
  • Säuglinge, die auf einem Schlitten gezogen werden und sich nicht bewegen, müssen extra warm eingepackt werden. Denn sie entwickeln ohne Bewegung nicht so viel Körperwärme wie ein Kind, das sich bewegt.
  • Da über den Kopf viel Körperwärme verloren geht, ist es wichtig, dass Kinder bei Kälte eine Mütze tragen. Die Ohren sollten dadurch gut bedeckt sein, um Erfrierungen zu vermeiden.
  • Fäustlinge schützen besser vor dem Frieren als Handschuhe, da sich die Finger zusammenballen können, um sich aufzuwärmen.
  • Warme, wasserdichte Stiefel, die geräumig genug sind, um ein zusätzliches Paar Socken zu tragen und mit den Zehen zu wackeln, haben sich als Schuhwerk bewährt.
  • Eltern sollten darauf achten, dass Kleidungsstücke insbesondere bei kleinen Kindern keine herumbaumelnden Schnüre besitzen, denn damit können sie leicht hängen bleiben und sich im Extremfall strangulieren.
  • Ist ein Kind nass geworden, sollten Eltern ihm die nasse Kleidung und die feuchten Schuhe sobald wie möglich ausziehen.

Rodeln

  • Kinder unter 5 Jahren sollten niemals alleine mit dem Schlitten einen Berg hinunterfahren.
  • Auch beim Rodeln sollte ein Helm Pflicht sein! Geeignet ist ein Ski- oder Hockeyhelm - kein Fahrradhelm, da dieser u.a. nicht für kalte Temperaturen geeignet ist.
  • Kinder sollten nur im Sitzen mit dem Schlitten fahren dürfen. Das Fahren im Liegen erhöht das Verletzungsrisiko für Kopf, Wirbelsäule und Bauch.
  • Eltern sollten auf eine geeignete Umgebung achten: Kinder sollten niemals in der Nähe von Straßen rodeln, sondern auf flachen Hängen, die frei von Bäumen, Zäunen oder anderen Hindernissen sind.
  • Auch überfüllte Pisten sind zum Schlittenfahren ungeeignet.
  • Um Unfälle zu vermeiden, sollten Schlittenfahrer in der Mitte des Hügels hinunterfahren und am Rand des Rodelbergs hinaufgehen. Unten angekommen ist es besonders wichtig, auch auf andere Schlittenfahrer zu achten und schnell aus dem Weg zu gehen.

Quelle: caringforkids.cps.ca (Canadian Paediatric Society)

Autor: äin-red