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06.02.2019

Tattoo: Auch Entfernung kann noch gefährliche Substanzen im Körper freisetzen

Die Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie e.V. (DGDC) hat die Liste der Risiken von Tattoos erweitert – Risiken nach ihrer Entfernung.

© Haramis Kalfar - Fotolia.com

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„Bei der Entfernung eines Tattoos mit dem Laser bilden sich Abbauprodukte und es bleiben ggfls. Reste zurück, die zu knotigen Veränderungen der Haut bzw. Kontaktallergien führen können. Das Bundesamt für Risikobewertung hat beispielsweise bei der Laserzersetzung eines viel genutzten blauen Farbstoffes Blausäure und Benzol nachgewiesen“, verdeutlicht Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung, der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) in Grenoble (Frankreich), der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und der Technischen Universität in Berlin sowie der LMU München hat bereits 2017 davor gewarnt, dass aus den Farbpigmenten einer Tätowierung kleinste Partikel bis hin zu Nanopartikeln, aber auch andere Bestandteile wie Schwermetalle und Titandioxid in die regionären Lymphknoten gelangen können. Ihr weiteres Verhalten ist noch weitgehend unerforscht.

Schwarze, blaue und rote Farbpigmente gelten als besonders risikoreich, und es gibt in der Literatur Berichte über die Bildung von Hautkrebs in Zusammenhang mit Tattoos. Wenn Heranwachsende unter 18 Jahren sich ein Tattoo stechen lassen wollen, brauchen sie für einen Vertrag mit dem Tattoo-Studio die Einwilligung der Eltern. „Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät dringend dazu, dass sich junge Menschen nicht vor ihrer Volljährigkeit tätowieren lassen sollten. Auch danach sollten sich junge Erwachsene umfassend informieren, um sich der Risiken bewusst zu sein“, so Dr. Fegeler.

Quelle: Pädiatrie & Pädologie, Scientific Report, Aesthetic Plastic Surgery
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.


Autor: äin-red