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28.09.2001

Tag des Kindes: Mediziner fordern Schutz vor Passivrauchen

Die Hälfte aller Kinder leben in Raucherhaushalten. Am 20. September – dem internationalen Tag des Kindes – machte das Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma e.V. (Pina) darauf aufmerksam und forderte in erster Linie Eltern, Ärzten und Politikern auf, Maßnahmen gegen das Passivrauchen zum Schutz der Kinder zu ergreifen. Mehr Informationen hier...........

Ärzte warnen vor Gefahren des Passivrauchens

Jedes zweite Kind in Deutschland wächst in einem Raucherhaushalt auf. Darauf machte das Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma e.V. (Pina) zum Internationalen
Tag des Kindes an diesem Donnerstag aufmerksam. Pina-Vorsitzender Ulrich Wahn vom Universitätsklinikum Charité in Berlin forderte verstärkte Anstrengungen gegen das Passivrauchen und verlangte von Eltern, Ärzten und Politikern, Maßnahmen zum Schutz der Kinder.

Der von Passivrauchern eingeatmete „Nebenstromrauch“ enthalte zahlreiche Krebs erregende Substanzen, sagte Wahn. „Jede Schule, jedes öffentliche Gebäude würde geschlossen werden, wenn die Bausubstanz derartige Stoffe abgeben würde.“ Die gesundheitlichen Belastungen des Passivrauchens für Kinder seien eindeutig bewiesen.

Kinder von rauchenden Eltern sterben zwei Mal so häufig an Plötzlicher Kindstod wie Kinder von Nichtrauchern. Auch leiden sie häufiger an Mittelohrentzündungen, Asthma, Bronchitis und Lungenentzündungen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO könnten in Europa nahezu eine halbe Million Atemwegserkrankungen pro Jahr vermieden werden, wenn Kinder rauchfrei aufwachsen würden.

Wahn forderte ein Nichtraucherschutzgesetz und ein Verbot von Tabakwerbung. „Verzichten Sie zu Hause auf das Rauchen, oder beschränken Sie sich auf ein Zimmer, das Ihrem Kind verschlossen bleibt“, empfahl er Eltern, die das Rauchen nicht gleich aufgeben können.

Kinder von rauchenden Eltern greifen selbst häufiger zur Zigarette, als Kinder aus Nichtraucherhaushalten. Mehr Infos zum Thema Nikotinabhängigkeit hier.....
Quelle: dpa
20.09.01

Autor: äin-red