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11.06.2015

Studie: Scheidung der Eltern kann bei Jugendlichen Risiko für psychosomatische Probleme erhöhen

Jugendliche, deren Eltern sich trennen, haben im Vergleich zu Teenagern, deren Eltern zusammenleben, möglicherweise ein höheres Risiko für psychosomatische Probleme, d.h. körperliche Probleme, die auf seelischen beruhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle schwedische Studie.

© Patryssia - Fotolia.com

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Diejenigen, die meist mit einem Elternteil lebten, weil Vater und Mutter getrennt waren, wiesen die meisten psychosomatischen Symptome auf. Während diejenigen, die im gleichen Haus mit beiden Elternteilen lebten, die wenigsten Probleme hatten. Kinder, deren Eltern gemeinsames Sorgerecht trugen und Vereinbarungen getroffen hatten, zu welcher Zeit ein Kind sich bei welchem Elternteil befand, litten weniger unter psychosomatischen Symptomen als diejenigen, die hauptsächlich oder nur mit einem Elternteil lebten. Dennoch waren Kinder von getrennten Eltern, die gemeinsames Sorgerecht hatten, immer noch mehr von psychosomatischen Problemen betroffen als Heranwachsende, die mit beiden Eltern im gleichen Haushalt bleiben.

Für die Studie analysierten die Forscher Daten von fast 150.000 schwedischen Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren. Es wurden als mögliche psychosomatische Symptome Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Appetitverlust und Spannungsgefühle, Trauer und Benommenheit bewertet. Faktoren wie die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung oder Familienvermögen hatten anscheinend keinen Einfluss auf die psychosomatischen Symptome.

Die Wissenschaftler erklärten, dass psychosomatische Symptome im Zusammenhang mit Stress stünden. Zwei verschiedene Zuhause zu haben, kann für Kinder stressig sein. Doch wiegt ein guter Kontakt zu beiden Elternteilen diesen Nachteil auf.

Quelle: HealthDay, Journal of Epidemiology & Community Health, Press Release




Autor: äin-red