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18.10.2019

Studie: Impfstoff könnte fast drei Viertel der HPV-assoziierten Krebsformen verhindern

Das Humane Papillomavirus (HPV) verursacht fast alle Gebärmutterhalskrebsarten und einige Krebsarten der Scheide (Vagina), Scham (Vulva), des Penis, des Darmausgangs (Anus) und des Mundrachenraums (Oropharynx). Das Screening für Gebärmutterhalskrebs und die HPV-Impfung können viele dieser Krebsarten verhindern. Einer amerikanischen Untersuchung zufolge wäre durch die Immunisierung das Vermeiden von bis zu 75% der HPV-assoziierten Krebsformen möglich.

HP-Virus

HP-Virus

Das Humane Papillomavirus (HPV) lässt sich in etwa 150 verschiedenen "Stämme" unterteilen. Einige können Warzen an den Füßen verursachen, und diese Art von HPV-Infektion kann durch Barfußlaufen in feuchten Gegenden wie öffentlichen Schwimmbädern oder Hotelduschen erworben werden. Andere HPV-Stämme sind sexuell übertragbar und können Genitalwarzen oder Krebs verursachen. Diese sexuell übertragbaren HPV-Stämme sind weit verbreitet.
Es wird angenommen, dass 80% der sexuell aktiven Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben sich mit mindestens einem HPV-Stamm infiziert haben. Die meisten Menschen überstehen die Infektion ohne Beschwerden und wissen nicht einmal, dass sie infiziert waren. Aber in einigen Fällen bleibt das Virus bestehen und verursacht Krebs.

Vor einigen Jahren hat die amerikanische Behörde FDA einen neunwertigen (9-valenten) HPV-Impfstoff (9vHPV) zugelassen. Er bekämpft neun verschiedene HPV-Stämme (von denen sieben Krebs und zwei Genitalwarzen verursachen). Der Impfstoff ist nahezu zu 100% wirksam, um Gebärmutterhalskrebs, der durch bestimmte HPV-Stämme ausgelöst wird, zu verhindern.
Kürzlich veröffentlichte die CDC Daten zu den jährlichen Neuerkrankungen von HPV-assoziierten Krebsarten in den USA. Unter "HPV-assoziiertem Krebs" versteht man Krebsarten, die in Teilen des Körpers - wie dem Gebärmutterhals und dem Hals - vorkommen und häufig durch HPV ausgelöst werden. Nicht alle von ihnen werden jedoch durch dieses Virus verursacht. Wenn jedoch jeder geimpft würde, könnten diese Krebsarten theoretisch um fast 75% gesenkt werden.

In den USA treten jedes Jahr fast 44.000 neue HPV-assoziierte Krebserkrankungen auf. Davon werden 9.200 (21%) nicht durch HPV verursacht, und weitere 2.700 (6%) werden durch HPV-Stämme verursacht, auf die der neunwertige Impfstoff nicht abzielt. Damit bleiben jedoch 32.100 (73%) der Krebserkrankungen, auf die der Impfstoff abzielt und die daher potenziell vermeidbar sind.

Und doch wird nicht jeder geimpft. Nach Angaben der CDC hat etwa die Hälfte der Jugendlichen die HPV-Impfstoffserie (noch) nicht abgeschlossen. In Deutschland haben bei den 11- bis 17-Jährigen einer Veröffentlichung im Bundesgesundheitsblatt zufolge etwa 38,6% alle Impfungen erhalten, d.h. mehr als die Hälfte der Heranwachsenden bräuchte noch eine zweite Impfung.

Quellen: ACSH, MMWR, Bundesgesundheitsbl



Autor: äin-red