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19.08.2022

Studie: Gesunde Ernährung kann ADHS-Symptome lindern helfen

Eine amerikanische Studie legt nahe, dass eine Ernährung, die viel Obst und Gemüse enthält, ADHS-Symptome wie Aufmerksamkeitsprobleme verringern kann.

© contrastwerkstatt - Fotolia.com

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Im Rahmen einer größeren Studie baten die Forscher Eltern von 134 Kindern mit ADHS-Symptomen, über einen Zeitraum von 90 Tagen einen detaillierten Fragebogen zur Ernährung ihrer Kinder auszufüllen- u.a. auch welche, Portionsgrößen von welchen Nahrungsmitteln Kinder verzehrten.
In einem anderen Fragebogen wurden die Eltern gebeten, die Aufmerksamkeitsprobleme – ein Kennzeichen von ADHS – bei ihren Kindern zu bewerten, wie z. B. Schwierigkeiten, konzentriert zu bleiben, Anweisungen zu befolgen, sich an Dinge zu erinnern und Emotionen zu regulieren.

Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder, die mehr Obst und Gemüse konsumierten, weniger Aufmerksamkeitsprobleme zeigten, berichtete Ass. Prof. Dr. Irene Hatsu, Co-Autorin von der Ohio State University.
„Eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse kann eine Möglichkeit sein, einige der Symptome von ADHS zu reduzieren“, folgerte Hatsu.
Die Studie wurde in der Zeitschrift „Nutritional Neuroscience“ veröffentlicht.
Die Daten für diese Forschung stammten aus der MADDY-Studie (Micronutrients for ADHD in Youth), in der die Wirksamkeit eines Vitamin- und Mineralergänzungsmittels mit 36 Inhaltsstoffen zur Behandlung von Symptomen von ADHS und schlechter emotionaler Kontrolle bei 134 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren untersucht wurde.
Die Studie, die die Wirksamkeit des Nahrungsergänzungsmittels bewertete, belegte, dass bei Kindern mit ADHS und mit Problemen der Gefühlskontrolle (emotionale Dysregulation), die Mikronährstoffe dreimal häufiger zu einer deutlichen Verbesserung führten im Vergleich zu Kindern, die ein Placebo einnahmen. Diese Studie wurde letztes Jahr im „Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry“ veröffentlicht.
Eine andere Studie mit denselben Kindern, die Anfang dieses Jahres in der Zeitschrift „Nutrients“ zu lesen war, kam zu dem Ergebnis, dass Kinder, deren Familien Schwierigkeiten mit einer gesunden Ernährung hatten, mit größerer Wahrscheinlichkeit als andere Kinder schwerere Symptome emotionaler Dysregulation an den Tag legten, wie chronische Reizbarkeit und Wutausbrüche.

Drei Studien weisen auf positive Wirkung einer gesunden Ernährung hin

Die drei Studien zeichneten alle ein ähnliches Bild, kommentierte Hatsu: Eine gesunde Ernährung, die alle Nährstoffe liefert, die Kinder benötigen, kann helfen, die Symptome von ADHS bei Kindern zu verringern.

„Unsere Studien legen nahe, dass es sich lohnt, den Zugang der Kinder zu Nahrungsmitteln sowie die Qualität ihrer Ernährung zu überprüfen […].“

Warum kann die Ernährung bei ADHS hilfreich sein?

Forscher glauben, dass ADHS mit niedrigen Spiegeln einiger Neurotransmitter im Gehirn zusammenhingen – und Vitamine und Mineralstoffe spielten eine Schlüsselrolle als Cofaktoren bei der Unterstützung des Körpers bei der Herstellung dieser wichtigen Neurochemikalien und bei der allgemeinen Gehirnfunktion, verdeutlichte Hatsu.

Die MADDY-Studie sei eine der ersten, die die Beziehung zwischen ADHS-Symptomen und der Qualität der Ernährung untersucht, die Kindern in den Vereinigten Staaten und Kanada erhalten, ergänzte Hatsu.
Das ist wichtig, weil westliche Ernährungsweisen - im Gegensatz z.B. zur Mittelmeerdiät - tendenziell nicht genügend Obst und Gemüse enthalten, sagte sie.

Quellen: Newswise, Ohio State University, Nutritional Neuroscience, Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, Nutrients

Autor: äin-red