Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

03.04.2016

Studie: E-Zigaretten unterdrücken Immunsystem

Forscher der Universität von California (San Diego School of Medicine and Veterans Affairs San Diego Healthcare System) berichten in einer Studie, dass E-Zigaretten möglicherweise für menschliche Atemwegszellen giftig sind, die Immunabwehr unterdrücken und die Entzündungsreaktionen verändern, während sie gleichzeitig die bakterielle Virulenz zu steigern.

© tibanna79 - Fotolia.com

© tibanna79 - Fotolia.com

Zu diesem Schluss kommen die amerikanischen Experten im Rahmen einer Untersuchung bei Mäusen, deren Ergebnisse sie im J“ournal of Molecular Medicine“ veröffentlichten.

"Diese Studie zeigt, dass der Dampf der E-Zigarette nicht harmlos ist. In hohen Dosen kann er Lungenzellen töten. Das ist erschreckend", sagte die Autorin Prof. Dr. Laura E. Crotty Alexander. "Wir wussten bereits, dass das Einatmen der erhitzten Chemikalien, wie die flüssigen Bestandteile des Nikotins und Propylenglykol, wahrscheinlich nicht unbedingt gesund sind. Unsere Arbeit zeigt nun zudem, dass das tägliche Einatmen des E-Zigaretten-Dampfs zu Veränderungen im Milieu der Atemwege führt."

"Einige der Veränderungen, die wir bei Mäusen, die E-Zigaretten-Rauch ausgesetzt waren, gefunden haben, sind auch bei den Atemwegen und im Blut von herkömmlichen Zigarettenrauchern bekannt, während andere bei Menschen mit Krebs oder entzündlichen Lungenerkrankungen zu finden sind."

Dampf lässt bestimmte Bakterien gedeihen

Bakterien profitieren der Veröffentlichung zufolge vom Dampf der E-Zigarette. Insbesondere waren Staphylococcus-aureus-Bakterien durch ihn besser in der Lage, Biofilme zu bilden, sich an den Atemwegszellen anzuheften, in sie einzudringen und der menschlichen Abwehr zu widerstehen.
E-Zigaretten-Dampf ausgesetzte Bakterien waren auch mehr virulent (aggressiver) bei Mäusen mit Lungenentzündung. Alle Mäuse, die mit normalen Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) infiziert waren, einem Antibiotikum-resistente "Superbakterium", überlebten. Doch 25% der Mäuse, die mit MRSA infiziert wurden, die vorher Kontakt mit E-Zigaretten-Dampf hatten, starben.

Die Ergebnisse ließen sich mit Flüssigkeiten für E-Zigaretten von sieben verschiedenen Herstellern belegen, das heißt, dass die negativen Folgen nicht auf eine bestimmte Mischung oder eine Marke beschränkt sind.

Abgabe- und Konsumverbot in Deutschland

Seit Anfang 2016 ist das Abgabe- und Konsumverbot des Jugendschutzgesetzes und des Jugendarbeitsschutzgesetzes für Tabakwaren auf E-Zigaretten und E-Shishas ausgeweitet worden. Dies gilt auch für den Versandhandels.

Quelle: medicalXpress, Journal of Molecular Medicine, BMFSFJ

 

 

Autor: äin-red