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27.12.2021

Studie: COVID-19 erhöht das Risiko für eine Herzmuskelentzündung

Laut einer amerikanischen Studie ist das Risiko für eine Herzmuskelentzündung (Myocarditis) bei Kindern unter 16 Jahren, die sich mit dem Coronavirus infizieren 37-mal höher als bei nicht-infizierten Gleichaltrigen.

Amerikanische Forscher analysierten Daten von mehr als 900 Krankenhäusern und berechneten, dass die Zahl der stationären Aufnahmen wegen einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um 42% höher war. Von den 36 Millionen Patienten hatten zwischen März 2020 und Februar 2021 etwa 0,01% eine Myokarditis. Das Durchschnittsalter der Menschen mit Myokarditis betrug 54 Jahre, und 59% waren männlich. Die Ergebnisse stellten die Wissenschaftler im September 2021 im „Morbidity and Mortality Weekly Report“ vor.

Mehr Myocarditis-Fälle nach COVID-19 in allen Altersgruppen

Etwa 42% der Patienten mit Myokarditis hatten eine Vorgeschichte von COVID-19, meist innerhalb desselben Monats. Das Team stellte fest, dass das Myokarditis-Risiko bei denjenigen mit COVID-19 0,146% und bei denjenigen, bei denen nicht COVID-19 diagnostiziert wurde, 0,009% beträgt.
Über alle Altersgruppen hinweg war das Myokarditisrisiko für Menschen mit COVID-19 fast 16-mal höher als für nicht infizierte. Das Myokarditis-Risiko war bei infizierten Kindern unter 16 Jahren 37-mal höher und bei infizierten Personen im Alter von 16-39 Jahren siebenmal höher als bei nicht infizierten Altersgenossen.

Einige der Myokarditis-Fälle, die bei Kindern mit COVID-19 beobachtet wurden, könnten laut der Studie Fälle von MIS-C - das sogenannte „Multisystem Inflammatory Syndrome in Children“ bzw. „Pädiatrisches hyperinflammatorisches Syndrom mit Multiorganbeteiligung“ – gewesen sein.
Die Autoren stellten fest, dass die Untersuchung nicht beweisen könnte, dass COVID-19 eine Myokarditis verursacht, aber mehrere andere Studien legten dies bereits nahe.

Vorteile der Impfung überwiegen die Risiken

Eine weitere amerikanische Arbeit, die im Juli 2021 ebenso in „Morbidity and Mortality Weekly Report“ veröffentlicht wurde, befasste sich mit den Bedenken hinsichtlich eines geringen Myokarditisrisikos nach Erhalt eines mRNA-Impfstoffs. Die Forscher werteten die Daten von Patienten im Alter von 12 bis 29 Jahren aus – der Gruppe mit den höchsten Myokarditisraten nach der Impfung. Demnach traten auf jede Million einer zweiten Impfstoffdosis schätzungsweise 39 bis 47 Fälle von Herzmuskelentzündungen auf. Die Autoren dieser Studie betonten in diesem Zusammenhang, dass ihre Ergebnisse die Behauptungen der Gesundheitsbehörden untermauern, dass die Vorteile der Impfung die Risiken überwiegen.

Quelle: AAP News, MMWR (1, 2)

Autor: äin-red