Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

02.08.2019

Stillen schützt das Herz der Mutter langfristig

Stillens wirkt sich anscheinend langfristig positiv auf Frauen aus: Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass Stillen das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung bei älteren Frauen verringern kann. Und je länger eine Frau gestillt hat, desto geringer ist das Risiko.

In der Studie untersuchten Forscher die Gesundheit von Herz und Blutgefäßen bei Frauen nach der Menopause zusammen mit Angaben zum Stillverhalten.
Nach der Bereinigung um andere Faktoren, die die Herzgesundheit beeinflussen können, wie Körpergewicht, Alter, Cholesterinspiegel und Rauchgewohnheiten, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass Frauen, die gestillt hatten, ein deutlich geringeres Risiko für Herzkrankheiten und auch weniger Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankung aufwiesen im Vergleich zu Frauen, die nicht gestillt hatten.

Laut der Studie, die auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Endokrinologie (European Society of Endocrinology; 18. bis 21. Mai 2019) in Lyon, Frankreich, vorgestellt wurde, war dieser Effekt am größten bei Frauen, die über einen längeren Zeitraum gestillt hatten.

"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Stillen das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen senkt. Dies ist jedoch nur eine Assoziationsstudie. Wir sind nun daran interessiert, die zugrunde liegenden Ursachen für diesen Schutzeffekt zu ermitteln", sagte die Studienautorin Irene Lambrinoudaki, Professorin an der Universität von Athen in Griechenland.
"Wenn wir eine Kausalität für die Schutzwirkung nachweisen können, liefern wir Frauen einen weiteren Grund, ihre Säuglinge zu stillen, der über die bereits dokumentierten Vorteile des Stillens für die kurz- und langfristige Gesundheit für sie und ihre Kinder hinausgeht", fügte Lambrinoudaki in einer Besprechung der Veröffentlichung hinzu.

Frühere Studien haben gezeigt, dass das Stillen das Risiko für eine Depression nach der Geburt und das Risiko für bestimmte Krebsarten bei Frauen verringern und Müttern dabei helfen kann, ein gesundes Körpergewicht und gesunde Blutzuckerwerte aufrecht zu halten.

Diese gesundheitlichen Vorteile dürften nach Angaben der Forscher mit den höheren Prolaktinwerten bei stillenden Müttern zusammenhängen.
Jüngste Studien deuten darauf hin, dass Prolaktin das Diabetesrisiko senkt, was ein Hauptrisikofaktor für Herzkrankheiten ist, eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen weltweit. Die Forscher untersuchen nun die molekularen Mechanismen, wie Prolaktin den Blutzucker beeinflusst. Diese Arbeit könnte neue Möglichkeiten zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen für alle eröffnen, nicht nur für stillende Frauen.

Quelle: US News, European Society of Endocrinology


Autor: äin-red