Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

04.07.2022

Schwedische Studie bestätigt: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen treten familiär gehäuft auf

Wenn Familienangehörige unter einer entzündlichen Darmerkrankung leiden, haben Patienten ein erhöhtes Risiko, ebenso daran zu erkranken. Dies bestätigen erneut umfangreiche Daten einer schwedischen Studie.

Ein Team unter der Leitung von Dr. Jonas F. Halfvarson, MD, Abteilung für Gastroenterologie, Fakultät für Medizin und Gesundheit, Universität Örebro, untersuchte die familiäre Häufung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

„Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in der Familie sind Hinweis darauf, dass das genetische und teilweise umweltbedingte Risiko einer Person, die Krankheit zu entwickeln, erhöht ist“, schreiben die Autoren. In der Vergangenheit haben sich mehrere Studien auf die familiäre Häufung von chronisch-entzündliche Darmerkrankungen konzentriert. Die meisten dieser Studien basieren jedoch auf kleineren Patientengruppen ohne Einbeziehung von Kontrollgruppen.

Knapp 560.000 Patientenakten ausgewertet

In der landesweiten Fall-Kontroll-Studie verglichen die Forscher zwischen 2003 und 2017 Patienten mit chronisch-entzündliche Darmerkrankung (n = 50.667) mit einer Kontrollgruppe (n = 506.720) und untersuchten die Wahrscheinlichkeit, einen Verwandten ersten Grades mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung zu haben, abhängig vom Alter des Patienten bei der Diagnosestellung, von der Art der Familienanamnese und der Untergruppe/Art der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Sie bewerteten auch die Inzidenz zukünftiger chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bei Verwandten von Patienten mit neu aufgetretener chronisch-entzündlichen Darmerkrankung.

Von den Patienten mit chronisch-entzündliche Darmerkrankung litten 14.927 unter Morbus Crohn und 27.221 unter Colitis ulcerosa, während 8.519 von nicht klassifizierten chronisch-entzündlichen Darmerkrankung betroffen waren.

Je mehr Verwandte ersten Grades mit der Erkrankung, desto höher das Risiko

Die Forscher stellten fest, dass Patienten mit chronisch-entzündliche Darmerkrankung im Vergleich zur „Normalbevölkerung“ häufiger ebenso eine Mutter (3,0% vs. 0,9%) und einen Vater (2,9% vs. 0,8), einen Bruder oder eine Schwester (5,3% vs. 1,5%) und ein Kind (2,4% vs. 0,9%) mit chronisch-entzündliche Darmerkrankung besaßen.

Die Höhe des Risikos für eine Erkrankung stand in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der betroffenen Verwandten ersten Grades. Dabei hatte die Untergruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) zusätzlich noch etwas Einfluss auf die Erkrankungswahrscheinlichkeit.

Quelle: HCP Live, Alimentary Pharmacology and Therapeutics




Autor: äin-red