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22.06.2020

Schwangerschaft: Blutdruckstörungen der Mutter können bei Kindern zu psychischen Störungen führen

Bluthochdruck in der Schwangerschaft, insbesondere Präeklampsie, kann das Risiko für psychische Entwicklungsstörungen sowie Verhaltens- und emotionale Störungen bei Kindern erhöhen. Diesen Zusammenhang besteht unabhängig davon, ob Eltern unter psychischen Störungen oder anderen Erkrankungen leiden.

Präeklampsie, eine Form von Bluthochdruck während der Schwangerschaft, kann laut einer in "Hypertension", einer Zeitschrift der American Heart Association, veröffentlichten Studie zu psychischen Auffälligkeiten bei Kindern führen.

Eine finnische Forschungsarbeit mit 4.743 Mutter-Kind-Paaren kam zu dem Schluss, dass eine Verbindung zwischen Blutdruckstörungen in der Schwangerschaft - einschließlich chronischer Hypertonie (Bluthochdruck), Schwangerschaftshypertonie, Präeklampsie und Eklampsie - und psychischen Störungen bei Kindern besteht. Präeklampsie ist eine häufige Schwangerschaftskomplikation, die durch Bluthochdruck und Eiweiß im Urin gekennzeichnet ist und auf eine Schädigung anderer Organe einschließlich Leber und Nieren hinweist. Eklampsie ist eine schwere Komplikation der Präeklampsie, bei der der Bluthochdruck während der Schwangerschaft Anfälle auslöst.

Je schwerer die Blutdruckstörung der Mutter bei der Schwangerschaft war, desto höher war das Risiko für psychische und psychiatrische Störungen sowie für Verhaltens- und emotionale Störungen bei den Nachkommen. Während frühere Studien deutliche Auswirkungen von Präeklampsie auf Erkrankungen wie ADHS, Autismus-Spektrum-Störung und Schizophrenie bei den Kindern nachwiesen, zeige die aktuelle Studie, dass Präeklampsie bei Müttern ein Risiko für ganz viele Formen von psychischen Störungen bei Kindern bedeute, erläuterte Dr. Marius Lahti-Pulkkinen, einer der leitenden Forscher der Studie und Dozent an der Universität von Helsinki, Finnland.

Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass die Kombination von Blutdruckstörungen der Mutter mit Übergewicht und/oder Diabetes in der Schwangerschaft das Risiko von psychischen Störungen im Kindesalter bei ihrem Nachkommen vertärkte. Wenn alle drei Beschwerden bei der Mutter zusammen auftraten, waren dies die ungünstigsten Voraussetzungen für das Kind in Bezug auf seine psychische Gesundheit.

"Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit von vorbeugenden Maßnahmen und Behandlungen für Bluthochdruck bei Müttern, da solche Interventionen sowohl dem Wohlbefinden der werdenden Mutter als auch ihren Nachkommen zugutekommen können", verdeutlichte er. „Die Ergebnisse werfen auch ein neues Licht auf die Enstehungsgeschichte psychischer Störungen im Kindesalter. Diese Informationen können dazu beitragen, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und gefährdete Familien zu unterstützen, und den Ärzten helfen, Probleme und die zugrunde liegenden Ursachen für psychische Störungen bei Kindern zu verstehen.“

Da an der Studie überwiegend europäisch-stämmige Frauen aus einem Land mit hohem Einkommen und guter allgemeiner Gesundheitsversorgung teilnahmen, können die Ergebnisse möglicherweise nicht auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen werden.

Quelle: American Heart Association, Hypertension




Autor: äin-red