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30.11.2017

Schon zwei Monate lang stillen halbiert das Risiko des Kindes für plötzlichen Kindstod

Mütter, die ihr Kind mindestens zwei Monate lang stillen, können dessen Risiko für den plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome: SIDS) um fast die Hälfte verringern. Darauf macht eine umfassende aktuelle internationale Studie aufmerksam, die in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ veröffentlicht wurde.

Die wissenschaftliche Arbeit stellte fest, dass Mütter ihr Baby nicht ausschließlich stillen müssen, um von diesem Vorteil zu profitieren. "Unsere Studie hat gezeigt, dass Babys, die mindestens zwei Monate lang gestillt werden, ein deutlich geringeres Risiko haben, an SIDS zu sterben", sagte Dr. Kawai Tanabe von der medizinischen Fakultät der Universität von Virginia.
Frühere Studien haben bereits darauf hingewiesen, dass Stillen mit einem verminderten Risiko von SIDS, der Haupttodesursache von Säuglingen im Alter von einem Monat bis zu einem Jahr, verknüpft ist. Diese Studie ist jedoch die erste, die die Dauer beschreibt, die erforderlich ist, um diesen Schutz zu erreichen. Die Forscher stellten fest, dass das Stillen für mindestens zwei Monate mit einem signifikanten verminderten Risiko verbunden war. Stillen für weniger als zwei Monate bot keinen solchen Vorteil.

Je länger Babys gestillt werden, desto größer ist ihr Schutz

"Nur zwei Monate lang zu stillen, reduziert das Risiko von SIDS um fast die Hälfte, und je länger Babys gestillt werden, desto größer ist der Schutz", erklärte der Dr. Fern Hauck von der UVA School of Medicine und der UVA-Kinderklinik. "Die andere wichtige Erkenntnis aus unserer Studie ist, dass jede Art von Stillen das Risiko von SIDS reduziert - mit anderen Worten, sowohl teilweises als auch exklusives Stillen scheinen den gleichen Nutzen zu bieten."
Um die Auswirkungen des Stillens auf das SIDS-Risiko zu bestimmen, analysierten die Forscher acht große internationale Studien, die 2.259 Fälle von SIDS und 6.894 Kontroll-Säuglinge untersuchten, bei denen kein Todesfall auftrat. Diese große Sammelstichprobe zeigte, dass die Resultate auch bei unterschiedlichen kulturellen Verhaltensweisen in den einzelnen Ländern gleich blieben, und lieferte überzeugende Belege für die Zuverlässigkeit der Ergebnisse.

Auf der Grundlage ihrer Ergebnisse fordern die Forscher "fortwährende konzertierte Anstrengungen", um Stillen weltweit zu erhöhen. Die Weltgesundheitsorganisation hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2025 auf der ganzen Welt mehr als die Hälfte aller Säuglinge für mindestens sechs Monate ausschließlich gestillt werden sollten.

Es bleibt unklar, warum das Stillen vor dem plötzlichen Kindstod schützt, obwohl die Wissenschaftler vermuten, dass Faktoren wie eine verbesserte Immunabwehr und Auswirkungen auf das Schlafverhalten der Säuglinge dazu beitragen könnten.

Quellen: medicaXpress, Pediatrics





Autor: äin-red