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11.10.2011

Schon beim zahnlosen Baby können Eltern Karies vorbeugen

Eltern können schon vor dem Durchbruch der ersten Zähne etwas für die Zahngesundheit ihres Kindes tun. Denn Kariesbakterien können den Mundraum noch vor den ersten Zähnen besiedeln. Darauf macht eine amerikanische Studie aufmerksam ...

Eine amerikanische Studie bestätigt, dass Eltern schon vor dem Durchbruch der ersten Zähne etwas für die Zahngesundheit tun können. Denn bevor Zähne sichtbar sind, können sich im Mundraum Kariesbakterien ansammeln. Diese Bakterien gelangen z.B. durch den Speichel der Eltern zu den Kindern. Um ein Kind nicht mit diesen Bakterien zu infizieren, sollten Kontaktpersonen mit Karies den Schnuller nicht ablecken oder den Löffel des Kinds nicht zum Vorkosten benutzen. „Zur regelmäßigen Reinigung des Zahnfleisches können Eltern einen angefeuchteten Watteträger oder eine weiche Kinderzahnbürste verwenden“, rät Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Bisher gingen Experten davon aus, dass Kinder etwa im Alter zwischen 19 und 33 Monaten Kariesbakterien erwerben können. „Doch diese Studie lässt nun vermuten, dass die Ansteckung meist viel früher stattfindet“, erklärt Dr. Fegeler. Die ersten Zähne kommen normalerweise zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat. Die Reinigung erfolgt auch hier über das vorsichtige Abwischen mit einem feuchten Watteträger oder einer weichen Kinderzahnbürste. Zahnpasta sollte in den ersten drei Lebensjahren nicht verwendet werden, weil sie in der Regel verschluckt wird. In dieser Zeit sollte eine Fluoridprophylaxe zum Schutz des Zahnschmelzes anfangs als Beimengung zur täglichen Vitamin-D-Gabe (mindestens 1 Jahr), anschließend als Fluoridtablette (0,25 mg Fluorid/Tag) erfolgen. Sobald die Kinder Zahnpasta zuverlässig ausspucken, das ist meist jenseits von drei Jahren der Fall, ist eine zweimal tägliche Zahnpflege mit fluoridierter Zahnpasta für Kinder (0,5g Fluorid pro kg Zahnpasta oder 0,05%), ab Schulalter mit fluoridierter Zahnpasta für Erwachsene (1,0 bis 1,5g Fluorid pro kg Zahnpasta oder 0,1 bis 0,15%) sinnvoll.

„Die wichtigste Kariesprophylaxe ist aber das Vermeiden von süßen Getränken oder des häufigen Genusses von Süßigkeiten. Der ständige Gehalt von Zucker im Mund ist der ideale Nährboden für die Kariesbakterien, die sich dafür mit dem Zerstören der Zahnsubstanz bedanken. Wenn Süßigkeiten oder süße Getränke genossen wurden, empfiehlt es sich, anschließend den Mund mit klarem Wasser auszuspülen oder gegebenenfalls die Zähne zu putzen“, rät der Kinder- und Jugendarzt.

Quelle: PLoS ONE

Autor: äin-red