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19.02.2003

Schnullerentwöhnung

Der Schnuller ist meist für Kinder bis zum 3. Lebensjahr etwas Normales. Danach führt er aber zu Fehlstellungen der Zähne und Gebissschäden. Eltern sollten ihrem Kind bis dahin schrittweise helfen, ohne Schnuller auszukommen...

In den ersten zwei Lebensjahren eines Säuglings vermitteln Saugen und Nuckeln ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit und sind Teil der natürlichen Entwicklung. Der durch den Schnuller verformte Kiefer bildet sich in dieser Zeit noch von selbst wieder zurück.

Wann "braucht" das Kind keinen Schnuller mehr?
Wenn aber die ersten Milchzähne herausbrechen, kann der Schnuller zu bleibenden Gebissschäden und Zahnfehlstellungen führen, warnt Kinder- und Jugendarzt Dr. Thomas Fendel aus München. Nehmen Sie zur Entwöhnung nicht einfach den Schnuller weg, Ihr Kind lutscht sonst am Daumen weiter. Der Finger ist noch schädlicher für das Gebiss. Beginnen Sie langsam mit dem "Entzug". Tagsüber fällt der Verzicht zunächst leichter als in der Nacht.

Tipps & Tricks für den "Schnullerentzug"
Ein guter Trick bei kleinen Kindern ist mit einer Nadel ein Loch in den Schnuller zu stechen. Das Nuckeln wird dadurch anstrengender, da bei jedem Nuckelzug Luft entweicht. Bewährt hat sich auch ein Lutschkalender. Jeder Tag ohne Schnuller wird besonders gekennzeichnet, ein längerer Zeitraum „ohne“ wird besonders belohnt.

Versuchen Sie es auch mit spielerischen Methoden. Schläft Ihr Kind ohne Schnuller, kommt nachts die "Schnullerfee" und am nächsten Morgen liegt ein kleines Geschenk auf dem Tisch. Überzeugendes und konsequentes Verhalten der Eltern erleichtert den Kindern die Entwöhnung. Häufig verbirgt sich hinter dem Schnullerwunsch auch etwas anderes: Das Kind ist beispielsweise müde, hat Kummer oder ist unzufrieden.

Autor: äin-red