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01.01.2010

Schlafstörungen bei Schulkindern häufig auch mit medizinischen Problemen verbunden

Kinder mit Schlafstörungen leiden häufig auch unter Magen-Darm-Problemen oder Kopfschmerzen. Diese Beobachtung machten amerikanische Forscher. Sie vermuten auf der Basis ihrer Daten, dass Schlafstörungen meist in Verbindung mit Veränderungen des Herz-Kreislauf-, des Magen-Darm-Systems und der Atmungsregelung auftreten ...

Laut amerikanischen Forschern leiden Schulkinder, bei denen Eltern Schlafstörungen beobachten, häufig unter Beschwerden wie Sodbrennen oder Kopfschmerzen. „Wenn ein Kind nachts oft nicht einschlafen kann oder mehrmals aufwacht, sollten Eltern mit ihm zum Kinder- und Jugendarzt, damit dieser die möglichen Ursachen ermitteln und behandeln kann. Die genaue Beobachtung der Eltern kann dabei die Suche erleichtern. So sollten Eltern z.B. darauf achten, ob ihr Kind über Kopfschmerzen klagt oder berichtet, dass es Flüssigkeit oder Essen ‚aufstößt’", empfiehlt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Wenn mögliche Probleme wie Kopfschmerzen oder Sodbrennen behoben sind und die Schlafstörungen dennoch bestehen bleiben, dann müssen Eltern und der Kinder- und Jugendarzt weiter forschen.

Prof. Singareddy und seine Kollegen aus der psychiatrischen Abteilung des medizinischen Ausbildungszentrums in Herschey hatten 700 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren psychologisch und medizinisch untersucht und sie nachts schlafmedizinisch überwacht. Eltern mussten zusätzlich umfassende Fragen zur Gesundheit und zur Entwicklung ihrer Kinder beantworten. Es zeigte sich, dass Kinder mit Schlafstörungen deutlich häufiger als Kinder mit gesunder Nachtruhe unter Magen-Darm-Problemen wie Brennen hinter dem Brustbein aufgrund von Sodbrennen oder Bauchkrämpfen oder Kopfschmerzen litten. Die Autoren gingen dabei nicht davon aus, dass Sodbrennen und Kopfschmerzen die Schlafstörungen bewirkten, sondern dass die Schlafstörungen häufiger mit gleichzeitigen Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Magen-Darm-Systems und der Atmungsregelung auftreten. Die zugrunde liegende Ursache ist unklar. „Auch Stress kann sowohl Kopfschmerzen als auch Magen-Darm- oder Schlafstörungen hervorrufen. Deshalb sind eine genaue Beobachtung und sensible Befragung der Kinder entscheidende Bestandteile der Diagnostik von Schlafstörungen“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler.


Autor: äin-red