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03.10.2011

Schlafstörungen bei Kindern ernst nehmen

Schlafstörungen können bei Kindern chronisch werden, deshalb sollten Eltern sie ernst nehmen. Auch Eltern können unwissentlich durch inkonsequentes Verhalten beim Zubettbringen des Kindes dazu beitragen, dass das Kind nicht ein- oder durchschlafen kann ...

Schlafprobleme bei Kindern und Jugendlichen können weitreichende Folgen haben. „Man geht davon aus, dass 60% der Schlafstörungen im Kindesalter chronisch werden“, sagte die Würzburger Psychologin Barbara Schwerdtle. Psychische Schwierigkeiten seien oft die Folge. „Depressionen sind häufiger bei Menschen, die als Kind Schlafstörungen hatten.“ Rund ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen leidet nach Angaben der Psychologin unter Schlafstörungen.

Schwerdtle bietet mit einer Kollegin an der Universität Würzburg ein Training für die ganze Familie an, damit die Betroffenen wieder ruhig schlafen können. „Wenn es in Familien viel Streit gibt, kann sich das auswirken auf den Schlaf“, erklärte die Psychologin. Auch inkonsequentes Verhalten der Eltern beim Zubettbringen des Nachwuchses trage dazu bei, dass Kinder nicht ein- oder durchschlafen könnten. Andere litten darunter, allein in einem Zimmer übernachten zu müssen. „Ängste spielen oft bei Kindern eine große Rolle - Monster, Dunkelheit, Angst vorm Alleinsein“, erklärte Schwerdtle.

„Es gibt Ängste, die verschwinden irgendwann, wenn das Kind größer wird. Aber es gibt auch Ängste, die bleiben. So eine Schlafstörung kann sich manifestieren“, warnte Schwerdtle. Schlafprobleme könnten sich ganz unterschiedlich zeigen. „Kinder, die ganz hippelig sind, können Kinder sein mit Schlafstörungen.“ Aber auch wer plötzlich über einen längeren Zeitraum Schwierigkeiten im sozialen Bereich hat, viel streitet, schläft womöglich nicht gut. Betroffene Familien sollten sich an einen Kinderpsychologen wenden, empfiehlt Schwerdtle. „Das ganze Thema Kinderschlaf ist relativ neu“, so die Psychologin, daher gebe es bisher nur wenige Anlaufstellen.

Quelle: dpa, Universität Würzburg

Autor: äin-red