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31.12.2008

Rückenschmerzen: Chronifizierung durch Bewegung vermeiden

Insbesondere in der Wachstumsphase beginnen Teenager unter Rückenschmerzen zu leiden. Mangelhafte Bewegung und schwach ausgebildete Rückenmuskeln bei einseitiger Sitzhaltung sind häufig die Ursachen. Um eine Chronifizierung zu vermeiden, sollten Eltern und Jugendliche auf ausreichend Bewegung achten...

Neben Bauch- und Kopfschmerzen gehören Rückenschmerzen zu den häufigsten Schmerzen bei 11- bis 17-Jährigen, so das Ergebnis des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). „In den meisten Fällen sind mangelhafte Bewegung und schwach ausgebildete Rückenmuskeln bei einseitiger Sitzhaltung die Ursachen. Wichtig ist es, einen Teufelskreislauf zu verhindern, der eine Chronifizierung vorprogrammiert, da die Schmerzen die Jugendlichen meist noch mehr davon abhalten, sich zu bewegen“, warnt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. Zwar sollten Krankheiten, wie Skoliose – eine Wirbelsäulenverkrümmung –, oder Hüftprobleme, als Ursache ausgeschlossen werden, doch bei über der Hälfte der Betroffenen kann nichts Körperliches gefunden werden. Dann gilt es, mögliche Einflussfaktoren zu finden, wie z.B. Muskelstatus, Bewegung, Sport, Sitzverhalten, Schultaschengewicht, Fernseh- und Videokonsum, Computergebrauch. So ermittelten Wissenschaftler, dass eine Fernsehdauer von mehr als zwei Stunden täglich mit einem erhöhten Risiko für Rückenschmerzen verbunden ist. Neben zu wenig Sport kann in Einzelfällen auch eine Überlastung oder zu einseitige Belastung zu Rückenschmerzen führen, wie z.B. beim Badminton-, Golf- oder Tennisspielen. Auch Stress und psychische Probleme können Auslöser für Rückenschmerzen sein bzw. diese beeinflussen. Einige Studien gehen sogar davon aus, dass psychosomatische Beschwerden bei vielen Kindern mit Rückenschmerzen im Vordergrund stehen.

Etwa 24% der Jugendlichen besuchen einmal im Jahr einen Arzt aufgrund von Rückenschmerzen. „Besonders davon betroffen sind Teenager zwischen 12 und 15 Jahren. Das ist die Zeit des stärksten pubertären Längenwachstums. In dieser Phase verschlechtern sich meist auch die Haltung und die Sitzgewohnheiten, dies ist aber auch das Lebensalter der meisten seelischen Probleme. Da Rückenschmerzen überwiegend sowohl durch emotionale Faktoren - wie Stress, depressive Stimmung - als auch durch den Lebensstil - wie häufiges Sitzen oder Leistungssport – bedingt sind, sollten Eltern und Jugendliche gemeinsam mit dem Jugendarzt den Tagesablauf sowie die Gewohnheiten unter die Lupe nehmen und sinnvolle und durchführbare Veränderungen erarbeiten“, erklärt Dr. Niehaus. Günstig ist es auch, im Rahmen der Jugendgesundheitsberatung J1, im Alter von 12-15 Jahren, diese Problematik zu besprechen.

Autor: äin-red