Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

23.05.2022

RKI: Bei Kindern aktuell häufiger Grippe als Corona diagnostiziert

Weniger Ansteckungen, weniger Krankenhausfälle, weniger Ausbrüche in Heimen: Auch durch den Frühling ist Sars-CoV-2 auf dem Rückzug. Bei Kindern ist laut RKI gerade eine andere Atemwegserkrankung häufiger.

© Ermolaev Alexandr - Fotolia.com

© Ermolaev Alexandr - Fotolia.com

Bei Kindern wird nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit häufiger Grippe als Corona diagnostiziert. Betroffen seien insbesondere 5- bis 14-Jährige, schreibt das Institut in seinem Wochenbericht von Ende letzter Woche. Das RKI beruft sich auf Erkenntnisse aus der virologischen Überwachung. „Bei Auftreten von Symptomen einer neu auftretenden Atemwegserkrankung wie z.B. Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten wird - unabhängig vom Impfstatus und auch bei negativem Covid-19 Testergebnis - dringend empfohlen, Kontakte zu meiden und bei Bedarf die hausärztliche Praxis zu kontaktieren“, hieß es.

Eine Grippewelle hat auch bislang in der Saison 2021/22 nach wissenschaftlicher Definition gar nicht erst begonnen, in der jüngsten Zeit wurden in Deutschland aber doch noch etwas mehr Grippefälle verzeichnet. Die RKI-Fachleute sprechen von geringfügig erhöhter Influenza-Aktivität. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza hatte für die Kalender-Woche (KW) 19 von knapp 2000 gemeldeten Fällen berichtet. Bei Grippe wird eine hohe Dunkelziffer nicht erkannter und nicht gemeldeter Fälle angenommen.

Zur Entwicklung der Corona-Pandemie hält das RKI fest, dass die Sieben-Tage-Inzidenz KW 19 weiter gesunken sei: um 13,5% im Vergleich zur Woche davor. Viele Indikatoren zu Krankenhauseinweisungen und Todesfällen nähmen weiter ab. „Der Infektionsdruck bleibt mit ca. 400.000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen hoch.“

Der Anteil der Omikron-Subvariante BA.5 in Deutschland wächst laut Bericht, aber bisher auf sehr niedrigem Niveau. Er lag nach den jüngsten verfügbaren Daten, einer Stichprobe von KW 18, bei 1,4%. In den Wochen zuvor waren es 0,5 und 0,3%.

Das Wachstum der seit einiger Zeit vorherrschenden Omikron-Variante BA.2 scheint indes gestoppt, der Wert sank nun leicht auf 97,4%.

„Der aktuell besonders in Südafrika und zuletzt auch in Portugal zunehmende Trend der Omikron-Linien BA.4 und BA.5 geht dort mit einem Anstieg der Covid-19-Fallzahlen und Positivrate einher“, schreibt das RKI. In Deutschland ist bei BA.4 bisher nur eine sehr kleine Zunahme auszumachen, von 0,1 auf 0,3%. Auch bei Mischvarianten ist dem Bericht zufolge bisher kein starker Anstieg zu verzeichnen.

Es werden aber nicht alle positiven Proben dahingehend untersucht.

Quellen: dpa, RKI (1, 2)

 

    

Autor: äin-red