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22.09.2021

Respiratorisches Synzytialvirus (RSV): Zunahme der Infektionen beginnt früher als sonst

Infektionen mit dem respiratorischen Synzytialvirus häufen sich normalerweise zwischen November und März. Verschiedene Länder registrieren nun, dass die RSV-Saison früher als sonst startet.

In Tokio und ganz Japan verfolgten Experten im Juli 2021 eine ungewöhnliche starke Zunahme der RSV-Infektionen. Und ebenso in Amerika und Australien traten RSV-Ausbrüche in einer anderen Jahreszeit als sonst und heftiger als bisher auf. Ähnliches dokumentierte Israel, wo sich bereits im Mai das Respiratorischen-Synzytialvirus verbreiten konnte - vermutlich auch, da Kinder wieder ihre sozialen Aktivitäten aufnahmen. „Das respiratorische Synzytialvirus greift die unteren Atemwege an und kann insbesondere bei Kindern unter 3 Monate eine Krankhauseinweisung erforderlich machen. Die Erstinfektion betrifft kleine Kinder besonders schwer. Im Herbst 2020 bis Frühjahr 2021 verhinderten Hygiene- und Lockdownmaßnahmen, wie Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen, eine starke Ausbreitung, sodass nun wesentlich mehr Kinder als in den vorangegangenen Jahren ohne Abwehr gegen diese Viren sind und deutlich mehr Minderjährige einen schweren Verlauf entwickeln könnten“, mahnt Dr. Herman Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Besonders gefährdet für einen schweren RSV-Krankheitsverlauf sind Frühgeborene, Kinder mit einem Herzfehler, einer Lungenerkrankung oder einer Immunschwäche.

Fieber über 38 °C, Schwierigkeiten beim Atmen, Fütterprobleme und/oder bläuliche Lippen und Nägel sind deutliche Warnzeichen, bei denen sich Eltern sofort an einen Kinder- und Jugendarzt wenden sollten. Unter Umständen ist es erforderlich, Kinder sowohl auf RSV als auch auf COVID-19 zu testen. Eine Kombination von beiden Erkrankungen birgt die Gefahr, den Verlauf zu verschlimmern“, ergänzt Dr. Kahl.

Quellen: Emerg Infect Dis., Pediatrics, Euro Surveill., Healthline
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red