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12.05.2015

Reisen: Rechtzeitig Impfschutz überprüfen

Vor jeder Auslandsreise sollten Eltern überprüfen, ob die mitfahrenden Kinder einen ausreichenden Standardimpfschutz gegen MMR (Masern, Mumps und Röteln), Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae (HiB), Hepatitis B, Poliomyelitis, Pneumokokken und Meningokokken besitzen.

„Um eventuell fehlende Immunisierungen rechtzeitig verabreichen zu können, sollten sich Eltern möglichst schon einige Wochen vor Reiseantritt von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten lassen. Er kann auch bei der Reiseapotheke behilflich sein“, empfiehlt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Insbesondere bei älteren Kindern bestehen häufig Impflücken.
Neben den Standardimpfungen können auch andere Schutzmaßnahmen ratsam sein, wie ein Influenza-Impfschutz für Reisen in Regionen der Südhalbkugel. Dort tritt Influenza (Grippe) von April bis Oktober auf und in tropischen Gebieten das ganze Jahr. Impfungen gegen FSME, Hepatitis A, Typhus sowie Impfungen gegen bestimmte Meningokokken-Serogruppen zusätzlich zur Meningokokken-C-Impfung können für manche Länder sinnvoll sein. In seltenen Fällen, wie z.B. bei Aufenthalten in ländlichen Regionen Asiens, kann eine Immunisierung gegen die Japanische Enzephalitis erforderlich sein. Gelbfieberimpfungen sind empfehlenswert für alle Länder, wo ein entsprechendes Risiko besteht. Tödliche Erkrankungen wurden zuletzt von Reisenden im Amazonasgebiet, Venezuela und Westafrika bekannt.

„Eltern sollten auch wissen, ob in dem von ihnen gewählten Urlaubsland Tollwut-Gefahr besteht. Kleine Kinder haben hier ein erhöhtes Risiko für tödliche Infektionen, da sie unüberlegt Tiere streicheln wollen und gebissen werden können. Aber auch Kratzer oder kleinere Verletzungen, oder das Ablecken einer verletzten Hautstelle durch ein infiziertes Tier können zu einer Ansteckung führen“, gibt Dr. Fegeler zu bedenken. Die häufigsten Überträger in den betroffenen Ländern sind Hunde, gefolgt von Fledermäusen, Katzen, Füchsen, Wölfen, Dachsen, Waschbären und Affen. In einigen Ländern muss ein Fledermausbiss immer als ein Tollwutfall behandelt werden, da die Tiere Tollwut übertragen können, ohne selbst Anzeichen zu zeigen. Besonders gefährdete Gebiete sind hier Afrika und Asien. In Südamerika und der Karibik gibt es noch einige Tollwut-Fälle. Laut dem WHO Rabies Bulletin Europe wurden 2014 und 2015 u.a. noch in der Türkei (168 Tiere), in der Ukraine (185 Tiere) und in Georgien (29) infizierte Tiere gemeldet. Allerdings blieben Menschen bis auf einen Fall in Georgien verschont. Weltweit verursacht Tollwut schätzungsweise 60.000 Todesfälle – etwa die Hälfte davon in Indien.

Quellen: MMW Fortschr. Med., pädiatrie hautnah, pädiatrie & pädiologie, WHO
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Autor: äin-red