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18.08.2016

Regelmäßige und frühe Schlafenszeiten als Kleinkind helfen Übergewicht vorzubeugen

Wenn Eltern darauf achten, dass ihr Kleinkind früh und regelmäßig zu Bett geht, dann helfen sie ihm auch längerfristig normalgewichtig zu bleiben. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Forscher. Kleinkinder, die ihre Schlafenszeit bis nach 21 Uhr hinauszögern, haben demnach ein doppelt so großes Risiko, später im Leben zu viel zu wiegen, im Vergleich zu kleinen Kindern, die früh schlafen müssen.

Studienleiterin Professor Sarah Anderson von der Ohio State University of Public Health, sagt in einer Pressemeldung der Universität: "Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, dass Eltern beim Schlafengehen ihres Kindes eine Routine entwickeln."

Professor Anderson und ihre Kollegen stützte sich auf Daten von 977 Kindern, die Teil einer bestehenden Gesundheitsstudie waren, die in den frühen 1990er Jahren begann. Sie kategorisierten die Kinder nach drei verschiedenen Schlafenzeiten, die für sie im Alter von etwa viereinhalb Jahren gültig waren:

  • 20:00 Uhr oder früher
  • Zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr
  • Nach 21:00 Uhr

Die Wissenschaftler untersuchten dann, ob eine Beziehung der Schlafgewohnheiten als Kleinkind und dem Übergewicht im Teenageralter von etwa 15 Jahren bei den Teilnehmern bestand.

Die Resultate waren ziemlich deutlich:

  • Nur 10% der Kinder, die als Kleinkind um 20 Uhr oder früher zu Bett gingen, zeigten als Teenager Übergewicht. 
  • 16% der Kinder, die meist nach 20.00 Uhr und vor 21.00 Uhr schlafen mussten, wurden fettleibig.
  • 23% derjenigen, für die in der Regel nach 21.00 Uhr die Nachtruhe begann, waren als Jugendliche dick geworden.

Die Forscher untersuchten auch, wie Mutter und Kind ihre Zeit vor dem Zubettgehen verbrachten und stellten fest, dass die Kinder, die später zu Bett gingen und deren Mütter sich am wenigsten um Routinen vor dem Zubettgehen kümmerten, das höchste Risiko besaßen, später im Leben fettleibig zu werden.
Die Studie ist im „Journal of Pediatrics“ veröffentlicht.

Die Experten räumten ein, dass es keine Garantie gibt, dass ein kleines Kind auch schläft, wenn es im Bett ist, aber Eltern können dadurch zumindest die Chance erhöhen, dass es früh schläft.  

Quellen: Medscape, Ohio State University, Journal of Pediatrics




Autor: äin-red