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06.10.2008

Pseudokrupp-Husten: Besteht ein Zusammenhang mit Reflux?

Der Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre, so genannter Reflux, könnte möglicherweise auch eine Ursache für chronischen Krupp-Husten sein. Dies vermuten amerikanische Forscher der Universität in Utah...

Der Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre, so genannter Reflux, könnte möglicherweise auch eine Ursache für chronischen Krupp-Husten sein. Dies vermuten amerikanische Forscher der Universität in Utah. „Vom Pseudokrupp-Husten sind vorwiegend Kinder vom Säuglingsalter bis zu sechs Jahren betroffen. Insbesondere in den kälteren Jahreszeiten wachen Kinder mit einem bellenden Husten und Atemnot in der Nacht auf. Als mögliche Auslöser galten bisher Viruserkrankungen oder auch Probleme der oberen Atemwege. Eine amerikanische Studie bestätigt nun, dass viele Kinder mit Krupp-Husten von Geburt an unter verengten Atemwegen leiden, sie weist aber auch auf einen zusätzlichen möglichen Auslöser hin: Der Rückfluss von Magensäure, die die Luftröhre des Kindes entzündet und anschwellen lässt. Da bei kleinen Kindern der Kehlkopfbereich sehr eng ist, entsteht schnell Atemnot“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen.

Studienleiter Professor Dr. Harlan R. Muntz geht davon aus, dass einigen Kinder mit wiederkehrenden Krupp-Anfällen durch den Nachweis und durch die Behandlung ihrer Refluxkrankheit geholfen werden könnte. Die Annahme beruht auf der Untersuchung von 80 Kindern mit chronischem Krupp-Husten, die Professor Muntz mit seinem Kollegen beim diesjährigen Treffen der American Academy of Otolaryngology – Head and Neck Surgery Foundation (AAO-HNSF) vorstellte. Bei 33% der teilnehmenden kleinen Patienten mit wiederkehrendem Krupp-Husten waren die Atemwege verengt und unter dieser Gruppe von Kindern litten 73% unter Reflux, wie die Wissenschaftler mit Hilfe einer Endoskopie feststellen konnten. Bei drei oder mehr Anfällen innerhalb einer kurzen Zeitspanne empfehlen die Wissenschaftler deshalb auch an eine Refluxkrankheit zu denken. „Bei den meisten Krupp-Anfällen geht eine Erkältung voraus. Doch bei einigen wenigen Kindern, die immer wieder unter Krupp-Anfällen leiden, kann möglicherweise auch eine nicht erkannte Reflux- oder Asthmaerkrankung Ursache für die häufig wiederkehrende Atemnot sein“, mahnt Dr. Niehaus. Pseudokrupp-Husten lässt in der Regel ab drei Jahren nach und verschwindet, wenn das Kind etwa sechs Jahre alt ist. Dann sind die anatomischen Verhältnisse im Kehlkopfbereich nicht mehr so eng.

Autor: äin-red