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27.01.2020

Pneumokokken-Impfung verringert die Wahrscheinlichkeit, eine schwere Lungenentzündung zu entwickeln

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass die Zahl schwerer Lungenentzündungen bei Kindern, die einen Impfstoff gegen Pneumokokken - ein Bakterium, das Lungenentzündungen verursacht - erhalten, um 35% abnimmt.

© pingpao - Fotolia.com

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Die Studie, eine Zusammenarbeit zwischen Forschern des Murdoch Children's Research Institute (MCRI) und der University of Melbourne sowie Kollegen aus dem asiatisch-pazifischen Raum, zeigt, dass Lungenentzündung der häufigste Grund dafür ist, dass Kinder in Laos in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen und meist eine Sauerstoffbehandlung benötigen, insbesondere wenn die Patienten noch Kleinkinder sind.

Die Ergebnisse wurden Ende letzten Jahres auf World Congress of the World Society for Pediatric Infectious Diseases in Manilla (5.-8. November 2019), auf den Philippinen, vorgestellt.

Kinder verbreiten die Erkrankung häufig

Professor Fiona Russell berichtete, dass viele Todesfälle im Zusammenhang mit Lungenentzündungen durch einen Impfstoff gegen Pneumokokken verhindert werden könnten. Sie verdeutlichte jedoch, dass es eine Herausforderung sei, die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen Lungenentzündung nachzuweisen, da keine Überwachungssysteme vorhanden seien. Ihr Team musste sich eine neue Methode überlegen, um die Wirkungsweise des Impfstoffs zu veranschaulichen.
Laos war das erste Land in Südostasien, das 2013 den Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff (PCV13) in sein nationales Impfprogramm einführte. Der Impfstoff schützt vor den 13 häufigsten Arten von Pneumokokken. "Von der Impfung von Kindern profitiert die gesamte Gemeinschaft, da sie die Ausbreitung von Pneumokokken verringert, da kleine Kinder, die Pneumokokken häufig im Nasenraum beherbergen, hauptsächlich für die Ausbreitung dieser Bakterien verantwortlich sind", betonte Professor Russell.

"Unser Team hat Pneumokokkenproben aus dem Nase-Rachen-Raum gesunder Kinder und von Kindern mit Lungenentzündung entnommen. Während die meisten Kinder mit Pneumokokken in der Nase beschwerdefrei bleiben, verbreiten sich bei einem kleinen, aber wichtigen Anteil der Kinder die Bakterien in der Lunge oder im Blut, was schwerwiegende Folgen und möglicherweise den Tod zur Folge hat.

"Durch die Entdeckung, dass sich das Bakterium häufig den hinteren Nasen-Rachen-Raum besiedeln (sowohl bei gesunden Kindern als auch bei Kindern mit Lungenentzündung), zeigt unsere Studie, dass es dort wahrscheinlich einen signifikanten Beitrag zur Ausbreitung von schweren Infektionen in Laos beträgt."

Professor Russell sagte, die Forschung gehöre zu den ersten, die Pneumokokken-Impfstoffe in Asien untersuchten, da Pneumokokken als Ursache für eine Lungenentzündung oft übersehen worden sei, weil ihre Erkennung schwierig sei.

Die Studie ergab, dass einer von fünf Krankenhauseinweisungen für Kinder unter fünf Jahren in Laos auf eine Lungenentzündung zurückzuführen ist. Professor Russell ergänzte, dass unter diesen Kindern ein Drittel eine Sauerstoffbehandlung benötige.

"Eine der Haupttodesursachen bei einer Lungenentzündung ist ein Sauerstoffmangel im Blut. Zusätzlicher Sauerstoff ist eine lebensrettende Therapie, die in Krankenhäusern in Laos leider nicht durchgehend verfügbar ist", bedauerte sie.

Professor Russell verdeutlichte, ihr Team habe eine neue Methode entwickelt, bei der Daten aus einem Krankenhaus in Laos herangezogen wurden, um zu zeigen, dass der Impfstoff gegen die schwerste Form der Lungenentzündung wirkt.

"Wir testen diese neue Methode auch in Papua-Neuguinea und der Mongolei. Bislang sehen die Ergebnisse sehr vielversprechend aus", berichtete sie. Wir hoffen, dass diese Methode von anderen Ländern mit ähnlichen Problemen angewendet werden kann, um den Wert dieses wichtigen Impfstoffs aufzuzeigen."

Jedes Jahr sterben weltweit mehr als 800.000 Menschen an Lungenentzündung. Die höchste Krankheitslast haben jedoch Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen zu tragen, wie z.B. Laos.

Quelle: ScienceDaily, Murdoch Childrens Research Institute, WSPID19-0228, WSPID19-0263




Autor: äin-red