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15.05.2009

Plötzlicher Kindstod: Umfangreiche Daten sprechen für Bauchlage im Zusammenhang mit Hitzestau als Ursache

Eine neuseeländische Übersichtsarbeit zeigt aufgrund von umfangreichen Daten, dass der plötzliche Kindstod in den meisten Fällen mit der Bauchlage des Kindes und einem Hitzestau zu erklären ist. Herzrhythmusstörungen, Verlegung der Atemwege, Vergiftung durch Impfung oder durch toxische Gase konnte Professor Edwin A. Mitchell von der Universität von Auckland als Gründe widerlegen ...

Umfangreiche epidemiologische Daten sprechen laut einem neuseeländischen Forscher dafür, dass die Bauchlage im Zusammenhang mit einem Hitzestau die Hauptursache für den plötzlichen Kindstod ist. „Theorien wie Herzrhythmusstörungen, Verlegung der Atemwege, Vergiftung durch Impfung oder durch toxische Gase konnten in der Überblicksarbeit von Professor Edwin A. Mitchell von der Universität von Auckland widerlegt werden. Dass die Bauchlage einer der Hauptgründe für den plötzlichen Kindstod ist, beweist auch der drastische Rückgang von SIDS – Sudden infant death syndrome – in vielen Ländern, nachdem mit Beginn der Neunzigerjahre die Rückenlage propagiert wurde“, bestätigt Prof. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Mitchell ermittelte in verschiedenen Veröffentlichungen Fakten, die diese These untermauern, wie z.B. eine erhöhte Zahl von Todesfällen im Winter, ein Nord-Süd-Gefälle bei den Zahlen, auch dass die aufgefundenen Kinder statistisch gesehen häufig zu dick angezogen bzw. zugedeckt waren und sich in einem überhitzten Raum auf einer Naturfasermatratze befanden. „Die aktuelle so genannte ‚Brainsteam hypothesis’, eine Theorie, die besagt, dass ein großer Teil der unerklärten Todesfälle bei Babys auf einer veränderten Gehirnaktivität beruht, widerspricht nicht der These, dass die Bauchlage in Zusammenhang mit einem Hitzestau Hauptauslöser für SIDS ist. Denn die veränderte Gehirnaktivität betrifft die Steuerung unbewusster Reflexe auf lebensbedrohende Zustände, wie z.B. Überhitzung oder Sauerstoffmangel. Dieser versagt bei diesen Kindern, so dass diese bei gesundheitsschädlichen Einflüssen nicht rechtzeitig aufwachen. Die Erforschung dieser Mechanismen könnte zu einem besseren Verständnis und damit zur vollständigen Verhinderung des plötzlichen Kindstods beitragen“, hofft Prof. Nentwich. Vertreter der ‚Brainsteam hypothesis’ vermuten, dass bestimmte Fehlbildungen bei Transmittersystemen im Gehirn, bei denen der Gehirnbotenstoff Serotonin mitwirkt, unter ungünstigen Schlafbedingungen zu einer Art Kettenreaktion führen. Diese Fehlbildungen treten häufig bei Kindern auf, die vor der Geburt Nikotin und/oder Alkohol oder anderen schädlichen Einflüssen ausgesetzt waren.

Autor: äin-red