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12.05.2021

PIMS: Hohes Fieber und Magen-Darm-Beschwerden können sich etwa zwei bis vier Wochen nach Corona-Infektion entwickeln

PIMS oder das Pädiatrische hyperinflammatorische Syndrom mit Multiorganbeteiligung“ (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome, PIMS) oder Multiinflammatory Syndrome with COVID-19 (MIS-C) ist eine neuartige Erkrankung, die als schwere Folgeerkrankung bei Kindern, die sich mit Covid-19 infiziert haben, entwickeln kann.

© pingpao - Fotolia.com

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Die vorausgehende SARS-CoV-2-Infektion kann dabei ohne größere Beschwerden verlaufen sein und betroffene Kinder sind meist auch nicht von Vorerkrankungen betroffen. „Hohes Fieber über 40 °C, Erbrechen und Durchfall sind immer ein Grund, umgehend den Arzt zu rufen. Ist eine vergangene Coronainfektion beim Kind bekannt, sollten Eltern Ärzte unbedingt darüber informieren. Bei PIMS ist eine frühzeitige Behandlung wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden – insbesondere des Herz-Kreislaufsystems. So kann sich beispielsweise eine Herzmuskelentzündung entwickeln. Mit Kortikosteroiden und hoch dosierten intravenösen Immunglobulinen kann dieses Syndrom mittlerweile erfolgreich eingedämmt werden“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Manche Kinder mit PIMS entwickeln auch einen Ausschlag und eine Bindehautentzündung.

Der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) sind bis zum 25.04.2021 insgesamt 281 Kinder und Jugendliche PIMS-Fälle bekannt geworden. Februar und März haben sich in Deutschland 1348 Kinder und Jugendliche mit dem Virus infiziert „Eltern sollten sich jedoch bewusst sein, dass Kinder meist nicht schwer an Covid-19 erkranken und auch PIMS eine sehr seltene Folgeerkrankung ist – ungeimpfte Erwachsene mit Vorerkrankungen bzw. ungeimpfte Ältere sind nach wie vor stärker durch Covid-19 gefährdet“, gibt Prof. Nentwich zu bedenken.

Quellen: DGPI (1, 2, 3), springermedizin, ÄrzteZeitung, survstat.rki.de

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red