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12.08.2019

Niedriger Vitamin-D-Spiegel in der frühen Kindheit begünstigt möglicherweise späteren Bluthochdruck

Laut einer aktuellen Studie besteht bei Säuglingen und Kleinkindern mit Vitamin-D-Mangel möglicherweise im Kindesalter und im Jugendalter ein erhöhtes Risiko für einen erhöhten Blutdruck.

Amerikanische und chinesische Forscher verfolgten 775 Kinder in Boston von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr. Die meisten stammten aus einkommensschwachen Familien, die in der Stadt lebten.

Im Vergleich zu Kindern mit normalen Vitamin-D-Spiegeln hatten Kinder mit niedrigen Spiegeln ein 60% höheres Risiko für einen erhöhten systolischen Blutdruck (obere Zahl des Blutdruckwertes) zwischen 6 und 18 Jahren. Der systolische Druck ist die Kraft des Blutes, die gegen die Arterien drückt, wenn das Herz schlägt. Der diastolische Druck (unterer Wert) misst den Druck zwischen den Schlägen. Ein hoher systolischer Druck erhöhe das Risiko für Herzerkrankungen, auch wenn der diastolische Druck kontrolliert werde, so die Forscher.

Kinder mit konstant niedrigen Vitamin-D-Spiegeln im frühen Kindesalter hatten ein doppelt so hohes Risiko für einen erhöhten systolischen Blutdruck im Alter zwischen 3 und 18 Jahren. Die Ergebnisse könnten auf einen Zusammenhang hinweisen, ob es sich um Ursache und Wirkung handelt, konnte diese Untersuchung nicht klären.

Die Studie wurde am 1. Juli in der Zeitschrift „Hypertension“ veröffentlicht. "Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass das Screening und die Behandlung von Vitamin-D-Mangel mit einer Supplementierung während der Schwangerschaft und in der frühen Kindheit ein wirksamer Ansatz ist, um den Bluthochdruck im späteren Leben zu senken."

Vitamin D u.a. wichtig für Knochenaufbau
Der Körper benötigt Vitamin D, um Kalzium für die Knochen aufzunehmen. Wenn der Körper dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, bildet er Vitamin D. Das Vitamin kommt auch in einigen Lebensmitteln wie Eiern, Lachs und angereicherten Milchprodukten vor.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (DGKJ) empfiehlt zur Rachitisprophylaxe bei gestillten und nichtgestillten Säuglingen die tägliche Gabe einer Vitamin-D-Tablette ab dem Ende der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Die Prophylaxe kann im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten fortgeführt werden. In diesem Alter ist Vitamin D besonders wichtig für den Knochenaufbau. Tritt ein Mangel an Vitamin D auf, so kann  besonders bei Säuglingen und Kleinkindern Rachitis die Folge sein, eine Mangelerscheinung, bei der die Knochen nicht ihre normale Härte erlangen und sich verformen.

Ob bei einem Heranwachsenden ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, kann der Kinder- und Jugendarzt durch die Untersuchung des Blutes feststellen. Dies kann z.B. bei Kindern mit bestimmten chronischen Erkrankungen (z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankung, chronische Nieren- oder Lebererkrankungen; bei bestimmten Medikamenten, die den Kalzium- oder Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen [z.B. Medikamente bei Epilepsie, Kortison])oder mit Migrationshintergrund (dunkle Pigmentierung, Ernährung und Sonnenexposition) sinnvoll sein.

Quelle: US News, Hypertension, DGKJ (1, 2)

Autor: äin-red