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06.09.2006

Neugeborene brauchen Vitamin K

Gleich nach der Geburt und in den ersten Monaten leiden Babys, vor allem wenn sie ausschließlich gestillt werden, unter einem Vitamin-K-Mangel. Deshalb bekommen sie gleich nach der Geburt, bei der U2 (3. bis 10. Lebenstag) und U3 (4. bis 6. Lebenswoche) das Vitamin in den Mund geträufelt...

Säuglinge benötigen Vitamin K, um vor Hirnblutungen geschützt zu sein. Denn Vitamin K spielt eine zentrale Rolle im Blutgerinnungssystem. Gleich nach der Geburt und in den ersten Monaten leiden Babys, wenn sie ausschließlich gestillt werden, unter einem Vitamin-K-Mangel. Denn Babys können das Vitamin nur in geringen Mengen speichern und Muttermilch enthält wenig davon. „Folge eines Vitamin-K-Mangels ist eine verstärkte Blutungsneigung, die schon nach wenigen Tagen einsetzt. Blutungen können im Bereich der Haut (z.B. als blaue Flecken) und der Schleimhäute auftreten, aber auch innere Organe betreffen. Neugeborene haben ein besonders hohes Risiko für Hirnblutungen, die in der Folge zu bleibenden geistigen Schäden oder sogar zum Tod führen können“, erklärt Dr. Thomas Fendel, Kinder- und Jungendarzt in München. Babys erhalten deshalb routinemäßig gleich nach der Geburt zwei Milligramm Vitamin K (als Tropfen) in den Mund geträufelt. Bei Frühgeborenen muss das Vitamin manchmal auch gespritzt werden.

„Eine zweite und dritte Dosis Vitamin K (jeweils 2 mg) - bei der U2 (3. bis 10. Lebenstag) und U3 (4. bis 6. Lebenswoche) - sollten Kinder, insbesondere wenn sie voll gestillt werden, unbedingt bekommen“, empfiehlt Dr. Fendel. Nach dem Abstillen, mit Beginn der „normalen“ Mischkost sind Kinder meist ausreichend mit Vitamin K versorgt (z. B. in grünem Blattgemüse, wie Spinat, in Milch sowie in Rapsöl). Da das Vitamin relativ hitze- und sauerstoffbeständig ist, bleibt es bei der Zubereitung der Speisen weitgehend stabil.

Autor: äin-red