Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

20.06.2014

Neigen Kinder geschiedener Eltern zu Übergewicht?

Kinder geschiedener Eltern neigen laut einer aktuellen norwegischen Studie zu Übergewicht. Demnach haben Kinder, deren Eltern getrennt sind, ein um 54% höheres Risiko für Übergewicht und ein um 89% höheres Risiko für Bauchfett im Vergleich zu Kindern, die mit ihren verheirateten Eltern leben. Dies gilt insbesondere für Jungen.

© Andrey Armyagov - Fotolia.com

Kinder geschiedener Eltern neigen laut einer aktuellen norwegischen Studie zu Übergewicht. Demnach haben Kinder, deren Eltern getrennt sind, ein um 54% höheres Risiko für Übergewicht und ein um 89% höheres Risiko für Bauchfett im Vergleich zu Kindern, die mit ihren verheirateten Eltern leben. Dies gilt insbesondere für Jungen. Insgesamt waren bei den Teilnehmern mehr Mädchen als Jungen dick – unabhängig vom Familienstand der Eltern.
Anna Biehl, Doktorandin am Norwegischen Institut für Gesundheit (Norwegian Institute of Public Health) in Oslo, warnt aber vor der Schlussfolgerung, dass eine Scheidung das Übergewicht bei den Kindern verursache. Sie vermutet, dass möglicherweise ein Zusammenhang zwischen Familienstrukturen und Übergewicht bestünde. Überrascht waren die Experten nach eigenen Aussagen, dass das Gewicht der Jungen häufiger als bei Mädchen nach einer Scheidung nach oben stieg.

Biehl und Kollegen beobachteten 3.100 Drittklässler (durchschnittliches Alter 8,3 Jahre) in Norwegen. Sie maßen Gewicht und Größe der Kinder sowie deren Taillenumfang, sie berechneten den Body-Mass-Index und das Verhältnis von Taillenumfang zur Körpergröße. Die Forscher unterschieden beim Ehestatus der Eltern zwischen verheiratet, geschieden und nie verheiratet. Zu letzterer Gruppe gehörten auch Eltern, die unverheiratet zusammen lebten, die alleine lebten oder auseinander gegangen waren. Wie lange der Familienstand bestand, d.h. Eltern z.B. geschieden waren, wurde nicht erhoben
Über die Gründe für diese Auswirkungen konnten die Wissenschaftler nur spekulieren. Sie vermuten z.B., dass evtl. ein geringeres Haushaltseinkommen, weniger Zeit für die Zubereitung gesunder Mahlzeiten sowie Stress zuhause bei den Scheidungsfamilien Faktoren sind, die Ess- und Bewegungsgewohnheiten eines Kindes beeinflussen.

Quelle: Fox News, BMJ Open

  
 

Autor: äin-red