Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

21.04.2010

Mundgeruch bei Kindern: Meist ist mangelnde Mundhygiene schuld

Auch Kinder können unter Mundgeruch leiden. Bei ihnen ist dann oft mangelnde Mundhygiene, manchmal in Verbindung mit Mundtrockenheit, z.B. durch Mundatmung, die Ursache. Nur in seltenen Fällen führen bei ihnen körperliche Erkrankungen, wie z.B. Diabetes, zu Mundgeruch ...

Auch Kinder können unter Mundgeruch (Halitosis) leiden. In den meisten Fällen beruht dies bei ihnen auf mangelnder Hygiene im Mund/Rachenbereich. „Bei der bakteriellen Zersetzung von Speiseresten werden Schwefelverbindungen frei, so genannte Volatile Sulphur Compounds (VSC). Ist die Reinigung der Zähne mangelhaft und es verbleiben Speisereste in Zahnlücken, -zwischenräumen und vor allem auf der Zunge, treten solche Zersetzungen ein. Ist der Mund darüber hinaus trocken, fehlt Speichel, um zumindest einen Teil der Zahn- und Zungenbeläge zu entfernen, wird dieser Prozess verstärkt. Deshalb haben Menschen insbesondere morgens einen schlechten Geschmack im Mund, da nachts kaum Speichel fließt. Auch Stress und bestimmte Medikamente können zu Mundtrockenheit führen“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Kinder sollten ihre Zähne mindestens für drei Minuten zweimal täglich putzen. Eine Sanduhr kann dabei behilflich sein: Geputzt wird so lange, bis der Sand durchgelaufen ist. Auch den Zungenrücken dabei nicht vergessen. Regelmäßiges Wasser-Trinken erhöht die „Spülwirkung“ im Mund.

Doch nicht jedes Kind, das Mundgeruch hat, pflegt seine Zähne nicht richtig. Auch Mandel- oder Nasennebenhöhlenentzündung oder Allergien können zu schlechtem Atem führen. Läuft ständig Sekret im Rachen, entstehen Ablagerungen dort (postnasal Drip). „Lässt der Mundgeruch nicht nach, so sollten Eltern mit ihrem Kind zum Zahnarzt und Kinder- und Jugendarzt, um Karies sowie körperliche Erkrankungen auszuschließen. Bei kleinen Kindern muss z.B. auch an einen nicht bemerkten Fremdkörper in der Nase gedacht werden. In seltenen Fällen können eine Zuckererkrankung, Probleme mit den Nieren, der Leber oder dem Magen die Ursache sein“, so Dr. Fegeler.

Schätzungsweise 10-15% der Kinder und knapp ein Viertel der Erwachsenen leiden unter Halitosis. Vorübergehend kann scharfes Essen, Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch, koffeinhaltige Getränke wie Cola oder Hunger zu schlechtem Atem führen. Karotten, Petersilie und Fenchel – u.a. auch als Tee – lindern Mundgeruch. Da ein Kaugummi den Speichelfluss anregt, ist er ebenso nützlich.

Autor: äin-red