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13.12.2021

Morbus Crohn: Wie Stress möglicherweise Krankheitsschübe auslösen kann

Kanadische Forscher konnten bei Mäusen beobachten, dass Stress Krankheitsschübe bei Morbus Crohn begünstigen kann.

Psychischer Stress führte bei Mäusen zu einer Zunahme von bestimmten Bakterien - adhärent-invasiven Escherichia coli (AIEC) - im Darm. Zu diesem Ergebnis kommt eine kanadische Studie, die in der Zeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht wurde. Bakterien wie Escherichia coli (E. coli), die in den Darm gelangen, können bei Morbus Crohn Krankheitsschübe verursachen. Stress eliminierte auch Zellen, die Interleukin-22, kurz IL-22, bilden - ein Protein, das die Darmschleimhaut ummantelt und schützt, sodass es Morbus Crohn-Schübe mit verhindern kann.

Die kanadischen Wissenschaftler glauben, dass ihre Studie zur Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten beitragen könnte, wie z.B. evtl. eine Behandlung mit Interleukin-22 oder bestimmten Antibiotika gegen die Bakterien.

Stress und Gesundheit

In den letzten Jahren wurde viel über Stress und seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit geforscht. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Stress das Risiko für Schlaganfall, Alzheimer und Diabetes erhöht. Es kann auch den Darm beeinträchtigen und Probleme wie Verstopfung verursachen. Das Forscherteam der McMaster University in Ontario, Kanada, hat nun einen Zusammenhang zwischen psychischem Stress und Morbus Crohn gefunden.

Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Darms. Sie verursacht Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Appetitverlust, Gewichtsverlust, geschwollene Gelenke, Müdigkeit. Morbus Crohn-Patienten sollten Medikamente einnehmen und ihre Ernährung umstellen, um Darmschäden zu vermeiden. Die Ursachen für Morbus Crohn sind nicht vollständig geklärt. Forscher glauben, dass genetische, erbliche und umweltbedingte Komponenten bei der Erkrankung eine Rolle spielen können. Stress ist zwar nicht die Ursache von Morbus Crohn, aber er hat Einfluss auf die Erkrankung.

Laut Professor Dr. Brian Coombes, leitender Autor der Studie von der McMaster University, berichten viele Menschen mit Morbus Crohn über Episoden von psychischem Stress, die den entzündlichen Schüben oder erhöhter Krankheitsaktivität vorausgehen.

Die Forscher beobachteten 1 Monat lang, wie sich psychischer Stress auswirkte. Stresshormone tragen demnach anscheinend dazu bei, dass Zellen abgetötet werden, die schützendes IL-22 bilden.

Wenn die IL-22-Produktion stoppt, können Bakterien wie AIEC in den Darm gelangen und einen Krankheitsschub bei Morbus Crohn auslösen. Prof. Dr. Coombes und sein Team fanden zudem heraus, dass eine IL-22-Behandlung (von außen zugeführt) von Mäusen in ihrem Modell dazu beitrug, den Schaden, den die Stresshormone durch die verringerte IL-22-Produktion im Darmgewebe verursachten, zu verringern und die Ausbreitung von AIEC zu verhindern.

Quelle: MedicalNewsToday, Nature Communications

Autor: äin-red