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14.02.2018

Möglicher Kontakt mit Tuberkuloseinfizierten: Kinder- und Jugendarzt informieren

Eltern sollten den Kinder- und Jugendarzt informieren, wenn ihr Kind möglicherweise Kontakt zu Menschen mit Tuberkulose hatte.

© Alexander Raths - Fotolia.com

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„Insbesondere kleine Kinder und Immungeschwächte sind gefährdet, eine aktive Tuberkulose zu entwickeln. Der Verdacht muss zur Entscheidung einer Behandlung zwingend abgeklärt werden. In der Regel werden Kinder von Erwachsenen angesteckt und selten umgekehrt“, warnt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt mit langjähriger Klinikerfahrung sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). In den vergangenen Jahren sind die Zahlen der Tuberkulosefälle, insbesondere Lungentuberkulose, in Deutschland gestiegen. Dies beruht vor allem auf der gezielten Untersuchung von Flüchtlingen. Einzelne Fälle traten an Schulen auf (Osnabrück, Dresden).

Tuberkulose lässt sich bei kleinen Kindern oft schwer nachweisen. Der Test kann bei ihnen aufgrund einer geringen Bakterienkonzentration im Blut oft falsch negativ ausfallen. Deshalb ist es wichtig, Ansteckungsmöglichkeiten und klinische Symptome zu berücksichtigen. „Starker Husten, Mattigkeit, Fieber – insbesondere gegen Abend - Gewichtsabnahme und nächtliches Schwitzen können Anzeichen einer Tuberkuloseerkrankung sein. Problematisch ist, dass sich bei vielen Kindern eine Tuberkulose nur durch eine verzögerte körperliche Entwicklung bemerkbar macht. Zwischen einer Ansteckung - meist durch Tröpfcheninfektion - und dem Ausbruch der Erkrankung können Wochen bis Monate vergehen“, berichtet Prof. Nentwich.

Dem RKI zufolge blieb die Zahl der neu gemeldeten Tuberkulosefälle nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2015 (5.852 Fälle) im Jahr 2016 (5.915 Falle) gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert und damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie zuletzt im Jahr 2005. 2017 berichtet das Epidemiologische Bulletin (3/18) bis zur 52. Woche von 4.957 Tuberkulose-Fällen.

In afrikanischen Ländern, Südostasien und Indien sowie in der europäischen Region beispielsweise in Armenien, in Bulgarien, in Rumänien, in Litauen, Moldawien und in der Türkei kommt Tuberkulose noch häufig vor.

Quelle: RKI (1, 2, 3), Pneumologe, Pädiatrie & Pädologie

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.



Autor: äin-red