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14.09.2022

Mit dem Herbst beginnt die Kopflaussaison

Sobald die Schule startet, verbreiten sich Kopfläuse wieder häufiger. Vor allem Vorschul- und Grundschulkinder sind gefährdet.

© Herby ( Herbert ) Me – Fotolia.com

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„Der Befall mit Kopfläusen hat nichts mit Körperhygiene zu tun. Die Übertragung erfolgt meist durch direkten Haar-zu-Haar-Kontakt. Ohne Blutquelle überleben die Parasiten höchstens 55 Stunden. Die Stiche der blutsaugenden Kopfläuse können juckende Papeln erzeugen – manchmal jedoch bleiben sie auch unbemerkt. Läuse verbreiten glücklicherweise keine Krankheiten, aber durch Kratzen können sich Hautinfektionen entwickeln. Je früher eine sogenannte Pediculosis capitis erkannt und behandelt wird, desto schneller lässt sich die Verbreitung der Tiere verhindern“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Nasses Auskämmen

„Bestätigt der Kinder- und Jugendarzt einen Läusebefall, müssen Eltern die Gemeinschaftseinrichtung, die das Kind besucht, darüber informieren. Das befallene Kind darf vorerst nicht mehr dorthin. Den Behandlungsplan, den der Pädiater empfiehlt, sollten Eltern genau einhalten, um die Tiere loszuwerden. Zur Sicherheit sollten Familienangehörige und enge Kontaktpersonen ebenso überprüfen, ob sie diese Parasiten beherbergen, um eine erneute gegenseitige Ansteckung zu vermeiden“, rät Dr. Niehaus. Als erste Maßnahme hilft das „nasse Auskämmen“ nach einem bestimmten System (meist an Tag 1, 5, 9 und 13). Dabei feuchten Eltern das Haar ihres Kindes mit Wasser und einer Haarspülung an. Dann kämmen sie strähnenweise die Haare von Ansatz bis zur Spitze mit einem Läusekamm durch. Beim Abstreifen des Kamms auf einem hellen Papiertuch oder Handtuch können Eltern erkennen, ob sich Läuse in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen im Haar befinden: Eier, Larven und erwachsene Läuse. Ausgewachsene Läuse sehen normalerweise rötlich braun aus und sind etwa 3 mm lang. Die Eier – auch Nissen genannt – ähneln winzige gelben oder braunen Samen. Ist die Laus-Nymphe geschlüpft, sieht das leere Ei weiß aus. „Da das Auskämmen bei weniger als der Hälfte der Kinder die Läuse vollständig beseitigt, muss zusätzlich noch ein Läusemittel zum Einsatz kommen. Auch dieses Mittel sollten Eltern bei ihrem Kind mehrmals anwenden, da es nicht 100%-ig alle Eier vernichtet und nach einer erfolgreichen Behandlung nach 8 bis 10 Tagen noch Larven nachschlüpfen können“, warnt Dr. Niehaus. 

Quellen: Monatsschr Kinderheilkd, MMW - Fortschritte der Medizin, BZgA
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red