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19.10.2018

Mit beginnenden Hormonveränderungen verschlechtert sich bei vielen Heranwachsenden auch das Körperbild

Bereits Acht- bis Neunjährige können schon Probleme mit ihrem Köperbild entwickeln, wenn ihr Hormonspiegel im Vorfeld der Pubertät ansteigt. Darauf macht eine australische Studie aufmerksam.

Dr. Elizabeth Hughes, Hauptautorin und Forschungsmitarbeiterin am Murdoch Children’s Research Institute (MCRI) sowie an der Universität von Melbourne, sagte, dass die Studie erstmals einen Zusammenhang zwischen Hormonen und dem Körperbild bei jungen vorpubertären Kindern untersuchte.
Die Studie basiert auf Daten von mehr als 1.100 acht- bis neunjährigen Mädchen und Jungen in Melbourne, die an der Children to Adolescence Transition Study von MCRI teilnahmen.

Die Forschungsarbeit "Body Image Dissatisfaction and the Adrenarchal Transition" ist im „Journal of Adolescent Health“ erschienen.

Dr. Hughes erklärte, die Studie zeige deutlich, dass Strategien in Schulen und zu Hause notwendig seien, um Kindern zu helfen, zu Beginn der Pubertät ein positives Körperbild zu bewahren.

Mädchen neigen eher zur Unzufriedenheit mit dem eigenem Körper

Sie erläuterte, dass die Untersuchung herausfand, dass Mädchen eher unzufrieden mit ihrem Körper sind als Jungen, aber auch Jungen mit höheren Hormonspiegeln mit ihrer körperlichen Erscheinung unzufrieden sind.
"Was wir gelernt haben, ist, dass vorpubertäre Kinder schon mit acht und neun Jahren für ein schlechtes Körperbild anfällig sind. Die Unzufriedenheit scheint mit den Hormonspiegeln zusammenzuhängen, die sich wiederum mit dem Beginn der Pubertät verändern", so Dr. Hughes.

Je höher der Hormonspiegel, desto negativer das Selbstbild

"Grundsätzlich gilt, je höher der Hormonspiegel, desto unglücklicher waren die Kinder mit ihrem Körper; jedoch sind Kinder mit höheren Hormonspiegeln auch tendenziell größer und schwerer als ihre Altersgenossen, und dies könnte mit eine Ursache für ihr schlechtes Körperbild sein."
Dr. Hughes hofft, dass die Forschung zu einer Diskussion über Strategien und Programme führen könnte, die Kindern helfen könnten, vor Beginn der Pubertät ein positives Körperbild zu bewahren.

"Es kann sein, dass Kinder, die größer, schwerer und körperlich entwickelter sind, unter ihren Altersgenossen mehr auffallen", ergänzte sie.
"Möglicherweise sind Gemeinde- und Schulprogramme notwendig, um jungen Menschen zu zeigen, was ein gesundes Selbstwertgefühl ausmacht. Denn das basiert nicht nur auf dem körperlichen Erscheinungsbild."

Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper wurde mithilfe eines Messinstruments namens „Kids‘ Eating Disorder Scale (KEDS) mit Körperumriss-Silhouetten“ gemessen. Dieses besteht aus acht illustrierten Silhouetten von Kindern von sehr dünn bis sehr fettleibig. Es gibt getrennte Sets für Frauen und Männer.

Das Kind wird zuerst aufgefordert, die Silhouette auszuwählen, die ihm seiner Ansicht nach am nächsten kommt (Selbsteinschätzung), und dann gefragt, die Silhouette auszuwählen, wie es am liebsten aussehen würde (ideale Bewertung). Jeder Silhouette sind Punkte zugeordnet, und durch Subtrahieren des Punktewerts der Idealvorstellung vom Punktewert der Selbsteinschätzung wird entweder ein positiver oder ein negativer Körperzufriedenheitswert vergeben.

Sexualhormone, wie z.B. natürlich vorkommende Steroidhormone wie DHEA und Testosteron, wurden im Speichel gemessen.

Quelle: EurekAlert! Journal of Adolescent Health

Autor: äin-red