Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

11.02.2019

Mehrfache Stöße gegen den Kopf können eine Gehirnerschütterung begünstigen

Mehrere Stöße, die ein Kopf erhält, und nicht nur ein einziger starker Schlag können ebenso zu Gehirnerschütterungen führen. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Forscher in einer in den „Annals of Biomedical Engineering“ veröffentlichten Studie.

"Studien haben bei Teilnehmern des American Footballs gezeigt, dass wiederholte Stöße gegen den Kopf zu Gehirnstrukturänderungen und Auswirkung auf die kognitive Leistung führen können, selbst wenn keine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde", kommentierten Dr. Brian D. Stemper von der Marquette University und dem Medical College von Wisconsin und seine Kollegen.

„Diese Studien legen nahe, dass sich die Schäden im Gehirn durch aufeinanderfolgende Kopfstöße vergrößern und somit die Toleranz des Gehirns verringern. Dies wiederum erhöht das Risiko für Gehirnerschütterungen. Für diese Hypothese spricht auch die Tatsache, dass die Biomechanik von Kopfstößen, die zu einer Gehirnerschütterung führen, oft nicht bemerkenswert ist, wenn man sie mit den Krafteinwirkungen vergleicht, die Athleten oerfahren, ohne dass die Diagnose einer Gehirnerschütterung folgt“, fügte er hinzu.

Die Wissenschaftler quantifizierten bei 50 College-Football-Athleten der NCAA-Division I wiederholte Stöße auf den Kopf sowie diagnostizierte Gehirnerschütterungen im Vergleich zu Kontrollen, die der Position und dem Team entsprachen. Für die Personen mit Gehirnerschütterung quantifizierten die Forscher auch die Anzahl der Kopfschläge sowohl am Tag der Verletzung als auch während der Saison bis zum Tag der Verletzung.

Stemper und Kollegen kamen zu folgendem Ergebnis:

  • 72% der Sportler mit Gehirnerschütterung hatten die stärkste oder zweitstärkste Gewalteinwirkung auf den Kopf erlitten im Vergleich zu den Kontrollpersonen ohne Gehirnerschütterung.
  • 46% der Athleten hatten die höchste Anzahl an Kopfstößen in der Saison bis einschließlich des Verletzungsdatums im Vergleich zur Kontrollgruppe.
  • 43% der Athleten hatten am Tag der Verletzung die höchste Anzahl an Kopfstößen im Vergleich zur Kontrollgruppe erfahren.

"Diese einzigartige Analyse liefert weitere Beweise dafür, dass wiederholte Gewalteinwirkung auf den Kopf als prädisponierender Faktor für das Auftreten von Gehirnerschütterungen unter den Football-Athleten der Division I anzusehen ist", verdeutlichte Stemper in einer Pressemitteilung.

Den Autoren zufolge müssten ihre Ergebnisse durch weitere Untersuchungen bestätigt werden, doch sollten sie die Spieler dazu bewegen, die Kopfbelastung so weit wie möglich zu begrenzen."

Symptome einer Gehirnerschütterung können Desorientierung, Verwirrung, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Angstzustände, veränderter Schlaf und manchmal Bewusstseinsverlust sein.

Quelle: Healio, Annals of Biomedical Engineering


Autor: äin-red