Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

08.01.2018

Mehr als eine Erkältung: RSV-Infektion

Eine Infektion mit RS-Viren (Abkürzung von Respiratorische Synzytial-Virus oder englisch respiratory syncytial virus) beginnt mit Symptomen, die einer Erkältung ähneln, aber insbesondere bei kleinen Kindern zwischen vier und fünf Monaten besteht ein hohes Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündung.

RS-Viren (RSV: Respiratorische Synzytial-Virus oder englisch respiratory syncytial virus) lösen Husten, Schnupfen und Fieber aus. Infizierte Kinder sind reizbar und haben keinen Appetit. Viele Eltern wissen nichts über RS-Viren. Aber RS-Viren sind eine der häufigsten Ursachen für Bronchiolitis (Entzündung der kleinsten, knorpellosen Bronchien) und Lungenentzündung bei Kindern unter 1 Jahr. Viele Säuglinge müssen deshalb ins Krankenhaus.

"Im Alter von zwei Jahren hatten 90 bis 100% der Kinder mindestens eine Infektion mit RS-Viren", erklärte Dr. Octavio Ramilo, Chef der Abteilung für Infektionskrankheiten beim Nationwide Children's Hospital in Ohio in einer Pressemeldung des Krankenhauses. Das Nationwide Children's Hospital ist eines der größten und umfassendsten Kinderkrankenhäuser und Forschungsinstitute in den Vereinigten Staaten. "Babys unter drei Monaten sind aus zwei Gründen sehr krankheitsanfällig: Ihre Lungen sind sehr klein und können daher nicht viele Entzündungen abwehren, und die weißen Blutkörperchen, die uns vor Infektionen schützen, sind noch nicht voll ausgebildet."

Anzeichen dafür, dass bei einem Baby eine RSV-Infektion schwerer verläuft, können sein, dass es nicht trinken will und schneller als üblich atmet. Wenn Eltern vermuten, dass ihr Kind sich infiziert hat, sollten sie ihren Kinder- und Jugendarzt kontaktieren und evtl. eine Notfallambulanz aufsuchen.
In den meisten Fällen erholen sich Kinder, die sich mit dem RS-Virus angesteckt haben, in etwa einer Woche von alleine. Der Husten kann dennoch bis zu drei Wochen andauern. Für Risikogruppen wie Neugeborene, Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen und angeborenen Herzfehlern sowie Patienten mit geschwächtem Immunsystem kann RSV sehr schnell gefährlich werden.

Menschenansammlungen meiden und häufig Hände waschen

Für eine RSV-Erkrankung gibt es keine ursächliche Behandlung. Eltern und Betreuer können das Risiko für RSV-Infektion verringern, indem sie häufig die Hände waschen, harte Oberflächen desinfizieren und Geschirr und Besteck nicht gemeinsam benutzen. Sehr kleine Babys sollten nicht vielen Menschen ausgesetzt werden, besonders während des Winters, und Familien sollten während dieser Zeit vermeiden, dass andere Geschwister im Haus engen Kontakt zu einem Säugling haben.

Für Babys mit Risikofaktoren, wie z.B. Frühgeburt (< 34. SSW) oder erforderliche Beatmung als Neugeborenes, Herzfehler, Lungenfunktionsstörung, steht eine passive Immunisierung gegen RS-Viren zur Verfügung, die vor allem in allen Herbst- und Wintermonaten empfohlen wird.

Quelle: Nationwide Children‘s


 

Autor: äin-red