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12.11.2006

Märchen fördern Einfühlungsvermögen bei Kindern

Klassische Märchenerzählungen sind zeitlos – sie können Kinder zum einen wunderbar unterhalten und zum anderen für die Kleinen durchaus lehrreich und pädagogisch wertvoll sein. Allerdings existieren auch Geschichten, die sich nicht zum Vorlesen für Kindergartenkinder eignen, weil sie besonders grausam und mitunter sehr traurig sind und von den kleinen Zuhörern noch nicht verarbeitet werden können…

Märchen sind bei Kindern noch genau so beliebt wie vor 100 Jahren. Bilder und Geschichten sprechen das Gefühlsleben von Kindern an, rufen die unterschiedlichsten Emotionen hervor und fördern die so genannte Empathie. Darunter ist das Empfinden von Gefühlen anderer bzw. das Mitfühlen mit anderen Personen zu verstehen. Empathie, d.h. eine Form der Anteilnahme, zu erfahren und zu erlernen, stellt einen wesentlichen Bestandteil der kindlichen Entwicklung dar.

Kindliche Phantasie wird angekurbelt
Durch das Vorlesen von Kinderbüchern wird das Denken des Kindes spielerisch angeregt. Umso mehr, wenn es dabei viel zu beobachten, zu vergleichen, kennen zu lernen oder zu merken gibt. Die vereinfachte Darstellung des Alltags in Kinderbüchern macht die verwirrende Wirklichkeit für die Kleinen erfassbarer. So können sie leichter lernen, Lösungsmöglichkeiten für ihre einfachen Probleme im Alltag zu finden.

Inhalte vor dem Vorlesen prüfen
Auch helfen Märchenbücher, die eigene Individualität zu verstehen, und vermitteln Normen und Werte, wie beispielsweise die Achtung vor anderen Menschen. Allerdings sollten Erwachsene den Inhalt und die Illustrationen von Märchenbüchern vor dem Vorlesen prüfen und abwägen, ob sie für das eigene Kind schon geeignet sind. Während "Frau Holle" oder auch "Schneewittchen" für Kindergartenkinder sicherlich problemlos sind, gibt es doch auch grausame Märchen, wie z.B. „König Blaubart“ (Gebr. Grimm) oder „Das Mädchen mit den Streichhölzern“ (H.-C. Andersen), die von vielen Kindern dieser Altersgruppe noch nicht verarbeitet werden können. In solchen Fällen sollte man im Zweifel lieber zu "fröhlicherer" Literatur greifen.

Autor: äin-red