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22.03.2017

Lebergesundheit: Nicht nur auf Junk-Food, sondern auch auf gesüßte Getränke verzichten

Einlagerungen von Fett in der Leber bzw. eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist derzeit die häufigste Ursache für eine chronische Lebererkrankung bei Heranwachsenden – mit zunehmender Tendenz. Denn Übergewicht ist ein führender Risikofaktor für NAFLD.

„Die Aufnahme von niedrigen einfachen Kohlenhydraten wie Fruktose und Glukose, insbesondere durch gesüßte Getränke, wird dabei immer noch unterschätzt“, warnt Dr. Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), mit Verweis auf eine aktuelle italienische Studie. Demnach sind gesüßte Getränke eine wichtige Quelle bei Jugendlichen mit NAFDL. Fast 90% Prozent der Teilnehmer mit NAFDL berichteten, mindestens einmal wöchentlich Limonaden und andere gesüßte Getränke zu konsumieren. Junk-Food, Pizza, Cracker und andere salzige Snacks, wie Chips, verzehrten die betroffenen Kinder ebenso häufig.

Kinder und Jugendliche mit NAFLD haben ein erhöhtes Risiko für längerfristige Leberschäden und eine Leberzirrhose (Schrumpfleber), die im Endstadium eine Lebertransplantation erfordern kann. „Bei übergewichtigen Kindern kann es deshalb sinnvoll sein, regelmäßig die Leberwerte zu kontrollieren. Wiederholt erhöhte Leberwerte können ein Warnzeichen für eine Fettlebererkrankung sein. Bei frühzeitiger Erkennung helfen Maßnahmen wie u.a. ärztlich kontrollierte Gewichtsabnahme ein Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern“, so Dr. Kahl. Müdigkeit und Schmerzen im Oberbauch können auf Leberprobleme hindeuten. Zugleich neigen Kinder mit NAFLD aufgrund des gestörten Stoffwechsels zu einer Zuckererkrankung. Untersuchungen zufolge leidet fast ein Drittel der minderjährigen Patienten mit NAFLD unter Prädiabetes oder Diabetes.

Quelle: JAMA Pediatr.,  Journal of Hepatology (1, 2)

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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.


Autor: äin-red