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16.11.2004

Langer Schulweg macht Kinder krank

Lange Fahrten zur Schule bedeuten Stress für die Schüler. Durch Schulschließungen werden die Entfernungen zur nächsten Schule noch größer. Grundschüler sollten laut der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern aber höchstens einen 40-minütigen Schulweg zurücklegen müssen. Deshalb machen die Kinder- und Jugendärzte in Mecklenburg-Vorpommern mobil gegen die geplante Schließung von mehr als 100 Schulen im Land zum nächsten Schuljahr...

Mit längeren Wegezeiten nähmen stressbedingte Probleme erheblich zu, so Ute Klien, Chefin des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern der Kinder- und Jugendärzte. Die Schüler hätten immer weniger Freizeit, das Ergebnis seien Mangel an Bewegung und kaum Austausch mit Freunden. Deshalb sind die Kinder- und Jugendärzte in Mecklenburg-Vorpommern gegen die geplante Schließung von mehr als 100 Schulen im Land zum nächsten Schuljahr.

Schlafmangel aufgrund langer Fahrzeiten
Längere Schulwege können frühes Aufstehen bedeuten und ein Schlafdefizit verursachen, das kaum ausgeglichen werden kann. Der Schulweg ist oft länger als die von der Landesregierung veranschlagten 40 Minuten für Grundschüler. Wegezeiten zur Haltestelle und das Warten auf den Bus kommen hinzu. Es folgt meist ein langer Unterricht in immer größeren Klassen. Bei Lernproblemen erhöht sich der Druck. Schließlich entwickeln sich ernsthafte sprachliche oder motorische Defizite. "Viele Eltern stellen ihr Kind dann einem Arzt vor", so Dr. med. Ernst-Detlev Ruickoldt. Doch Therapien würden gegen die Ursache der Erkrankung nichts ausrichten. Laut Dr. Ruickoldt wird die Ersparnis durch Schulschließungen bei den Therapien wieder ausgegeben.

Laut Schulentwicklungsplanung in Mecklenburg-Vorpommern sollen mit Beginn des nächsten Schuljahres 100 bis 110 Schulen geschlossen werden. Vorrangig geht es darum, kleine Grundschulen zu größeren zusammenzulegen und an Regionalschulen "anzudocken". Damit soll unter anderem erreicht werden, dass Lehrer nicht mehr zwischen mehreren Schulen pendeln müssen und Unterrichtsausfall besser bewältigt werden kann.

Autor: äin-red