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14.04.2020

Kritik an Vorschlägen der Leopoldina für Rückkehr in die Schulen

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Mecklenburg-Vorpommern hat die Vorschläge der nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina zur Rückkehr an die Schulen als realitätsfremd kritisiert. Um die erforderlichen Mindestabstände für den Infektionsschutz einzuhalten, müssten viele Klassen angesichts enger Klassenräume gedrittelt und nicht halbiert werden, sagte der VBE-Landesvorsitzende Michael Blanck am Dienstag.

© sonya etchison - Fotolia.com

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„Offen sind dann auch noch alle Fragen der Hygiene, angefangen mit Atemschutz, ausreichend Waschbecken in den Klassenräumen, Desinfektionsmittel und letztendlich auch die Frage der Temperaturmessungen.“ Dazu fehle jegliche Aussage für Schulen. Er habe sich von der Wissenschaft mehr Praxisnähe in den Empfehlungen gewünscht. „Das Schlimmste, was uns passieren könnte, wäre, wenn die Schulen öffnen und wenig später wieder geschlossen werden müssen.“

Der Landesschülerrat kritisierte die Leoplodina-Empfehlungen ebenfalls. Schon der Schulweg sei für die meisten Schüler ein großes Risiko, da der öffentliche Personennahverkehr genutzt werde, erklärte die Schülervertretung. „Die Realität sind meist volle Schulbusse und Bahnen.“ Außerdem müssten Schüler und Lehrer aus Risikogruppen besonders unterstützt werden.

Der VBE widersprach der Leopoldina-Empfehlung, dass die Klassen der Sekundarstufe II als letzte zurück in die Schulen kommen sollen. „Die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse müssen die Semesternoten in die Abiturbenotung miteinbringen. Und gerade hier besteht derzeit schon jetzt eine große Gefahr für den Abiturjahrgang 2021“, sagte Blanck.

Quelle: dpa

Autor: äin-red