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06.05.2004

Kostenlose Vorsorge wird von Jugendlichen zu wenig genutzt

Die J1-Untersuchung ist die letzte sehr wichtige Vorsorgeuntersuchung beim Kinder- und Jugendarzt für Jugendliche zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr. Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten können hier frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Im Rahmen der J1 können Jugendliche auch ohne ihre Eltern mit ihrem Jugendarzt über Verhütung, Drogen oder persönliche Probleme sprechen...

Jung sein bedeutet nicht gleichzeitig gesund sein. Die Lebenserwartung für neu geborene Mädchen und Jugend steigt zwar kontinuierlich, doch leiden etwa 20% der Kinder und Jugendlichen an Übergewicht als Folge unausgewogener Ernährung und Bewegungsmangel. Außerdem sind landesweit rund 2.700 Kinder unter 15 Jahren zuckerkrank; 1998 waren es noch rund 1.440. Zunehmend treten in dieser Altersgruppe auch psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Bauchschmerzen auf; die vielfach durch Probleme in der Familie oder in der Schule verursacht werden. Trotzdem nutzen wenig Jugendliche die J1-Untersuchung - die letzte sehr wichtige Vorsorgeuntersuchung beim Kinder- und Jugendarzt zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr, bei der die Eltern zu Hause bleiben sollten.

Bei dieser Vorsorgeuntersuchung können Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Es kann auch geklärt werden, ob pubertätsspezifische Hautprobleme, Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht vorliegen. Die J1 ist darüber hinaus auch ein Angebot zum Gespräch. Jugendliche können unter dem Schutz der ärztlichen Schweigepflicht Fragen zu Verhütung, Drogen, Ernährung, Problemen in der Schule oder im Elternhaus besprechen. Meist kennt der Kinder- und Jugendarzt seine Patienten von klein auf und kann nun als Jugendarzt und Vertrauensperson fungieren - unabhängig von den Eltern. Dabei sollen Jugendliche auch lernen, dass sie selbst die Verantwortung für ihre Gesundheit tragen.

Autor: äin-red