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09.03.2020

Können Wetterschwankungen eine Grippewelle verschlimmern?

Der Klimawandel und die damit verbundenen plötzlichen Wetterschwankungen könnten künftige Grippeepidemien verstärken, warnen Forscher der Florida State University in einem aktuellen Bericht in der Fachzeitschrift „Enviromental Research Letters“.

Sie verwendeten historische Daten, um zu bewerten, wie sich starke Wetterschwankungen in den Herbstmonaten auf die Grippesaison in dicht besiedelten Gebieten in den Vereinigten Staaten, auf dem chinesischen Festland, in Italien und Frankreich auswirkten.

Insbesondere untersuchten die Forscher Wettermuster und Durchschnittstemperaturen vom 1. Januar 1997 bis 28. Februar 2018 über mehr als 7.700 Tage. Im gleichen Zeitraum analysierten sie auch Influenzadaten aus den vier Ländern.

Frühere Untersuchungen deuteten darauf hin, dass niedrige Temperaturen und niedrige Luftfeuchtigkeit im Winter günstige Bedingungen für die Übertragung von Grippeviren schaffen. Die Grippesaison 2017-2018 war jedoch eine der wärmsten und auch eine der tödlichsten.

Während der Grippesaison 2017-2018 haben extreme Schwankungen des Herbstwetters die Grippe "ausgelöst", was zu Grippefällen früh zu Beginn der Saison führte, die laut den Autoren der Studie in dicht besiedelten Gebieten für einen „Schneeballeffekt“ sorgten.

"Die historischen Grippedaten aus verschiedenen Teilen der Welt zeigten, dass die Ausbreitung einer Grippeepidemie eng mit raschen Wetterveränderungen verbunden ist, was bedeutet, dass das durch ein sich schnell änderndes Wetter geschwächte menschliche Immunsystem eine Person anfälliger für Grippeviren macht", erklärte der leitende Forscher Zhaohua Wu, Associate Professor am Department of Earth, Ocean and Atmospheric Science der Florida State University.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass schnelle Wetteränderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel das Risiko von Grippeepidemien in dicht besiedelten Gebieten erhöhen. Laut den Forschern könnte Europa beispielsweise einen Anstieg der grippebedingten Todesfälle um 50% verzeichnen.

Stark schwankende Temperaturen schwächen Immunsystem

Sie sagten, dass es wichtig sein könnte, mehr Informationen über große Wetterschwankungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu erhalten, um mögliche Risiken in einer Grippesaison besser abschätzen zu können.
"Der schelle Wetterwechsel im Herbst und die charakteristischen Veränderungen in einem sich erwärmenden Klima können nicht nur für die Vorhersage der Ausbreitung der Grippe in der folgenden Saison dienen, sondern auch der Abschätzung des bevorstehenden Gripperisikos", verdeutlichte Wu in einer Pressemitteilung der Universität. "Die Einbeziehung dieses Wetter-Faktors in Grippe-Ausbreitungsmodelle kann zu signifikant verbesserten Vorhersagen einer Grippeepidemie führen."

Quelle: HealthDay, Florida State University News, Enviromental Research Letters





Autor: äin-red