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28.10.2020

Kitas und Schulen müssen offen bleiben - auch bei lokalen Lockdowns

Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr schienen sich Politiker*nnen aller Parteien einig: Bei einem erneuten Lockdown dürfen nicht wieder die Kinder und deren Familien durch Schließungen der Einrichtungen darunter leiden.

© photophonie - Fotolia.com

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Unter der Federführung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat eine Expert*innengruppe Leitlinien für die Schulen erarbeitet. Auch in diesen ist das Ziel klar formuliert: „Komplette Schulschließungen dürfen nur ein letzter Schritt im Rahmen eines Ausbruchsmanagements sein, wenn es nachweislich zu vermehrten Übertragungen innerhalb der jeweiligen Einrichtung gekommen ist.“ (Zitiert aus den Leitlinien des LGL, S. 37)

Es gibt inzwischen eine Reihe von Studien, die zeigen, dass Kinder insbesondere im Kita- und Grundschulalter nicht die Treiber der Infektionsverbreitung sind. (Siehe dazu die neueste Studie der Charité, die Corona-Kita-Studie des Deutschen Jugendinstituts mit dem RKI und die Stellungnahme des Dachverbands der kinder- und jugendmedizinischen Gesellschaften vom 4.8.2020: www.dakj.de)

Allerdings gibt es eine Reihe von Hinweisen, welche enormen Auswirkungen die Kita- und Schulschließungen während des ersten Shutdowns auf Familien und insbesondere Kinder und Jugendliche in den unterschiedlichen Bereichen wie Bildung, physische und psychische Gesundheit hatten.

Deswegen fordern wir*:

Es darf auch bei lokalen Lockdowns keine Schließungen von Kitas und Schulen geben. Es sei denn, die Schule selbst ist der Hotspot.
Es muss auch Lösungen für Risikopatient*innen innerhalb der Schulfamilie geben - so kann z.B. eine Lehrkraft weiter Online-Unterricht geben, wenn sie gefährdet ist.


Wir fordern das Parlament und die Staatsregierung des Freistaats Bayern auf, dafür Sorge zu tragen, dass ihre eigenen Richtlinien umgesetzt werden. Irland ist uns da gerade Vorbild. Trotz eines rigiden Lockdowns bleiben dort Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen offen. Premierminister Martin sagt dazu sinngemäß: Wir können und wollen nicht zulassen, dass die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen ein weiteres Opfer dieser Krankheit wird. Das muss auch für Bayern gelten.

*Wer sind "wir":

(zunächst Einzelpersonen in alphabetischer Reihenfolge, dann Organisationen)

  • Kathrin Buchner, Redakteurin, Teamleiterin Digital PULS, BR
  • Dr. Jana Heinz, PD, Soziologin
  • Prof. Johannes Hübner, stellv. Klinikleiter, Dr. von Haunerschen Kinderspital, TU München
  • Hermann Imhof, MdL a.D.
  • Wolfgang Krebs, Kabarettist
  • Prof. Dr. Thomas Lang Vors. VLKKD Bayern   
  • Prof. Dr. Jörg Maywald, Geschäftsführer Deutsche Liga für das Kind
  • Prof. Holm Putzke, Juristische Fakultät Uni Passau
  • Univ.-Prof. Dr.med Gerd Schulte-Koerne, Direktor Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität München
  • Anna Schweda, Dipl-Pädagogin DJI
  • Reserl Sem, MdL a.D.
  • Claudia Stamm, Journalistin, MdL a.D.
  • Prof. Dr. Christian Wieg, 2. Vors. VLKKD Bayern   

Organisationen:

  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Landesverband Bayern e.V. (BVKJ), Vorsitzender Dr. Dominik A. Ewald, Regensburg
  • Familien in der Krise, Anna Wildegger
  • Future for children gGmbH, GF Franz Xaver Hirtreiter
  • Kinder brauchen Kinder, Sabine Kohwagner
  • Pädnetz Bayern e.V., Vorsitzender Otto Laub
  • Süddeutsche Gesellschaft für Kinder – und Jugendmedizin e.V.

Link zur Petition:
https://www.change.org/p/bayerischer-landtag
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Autor: äin-red