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12.02.2018

Kindheitstrauma kann das Herz Jahrzehnte später schädigen

Menschen, die als Kind oder Teenager traumatische Erlebnisse erfuhren, sind einer aktuellen Studie offenbar anfälliger für Herz-Kreislaufkrankheiten.

© imagesetc - Fotolia.com

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Eine aktuelle Veröffentlichung der American Heart Association (AHA) besagt, dass Menschen, die in ihrer Kindheit missbraucht oder gemobbt wurden, Gewalt mit erlebten oder andere traumatischen Erfahrungen machten, ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen besitzen.

Die AHA belegt diese Behauptung mit einer Reihe von Studien, die einen starken Zusammenhang zwischen traumatischen Erlebnissen im Kindes- und Jugendalter und dem Risiko, im frühen Erwachsenenalter fettleibig zu werden, Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2 zu entwickeln, beschrieben haben.
Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 wiederum erhöhen das Risiko für Herz- und Blutgefäßerkrankungen wie Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Übersichtsarbeit wurde am 18. Dezember in der Zeitschrift „Circulation“ veröffentlicht.

"Die wahre Tragödie ist in erster Linie, dass Kinder diesen traumatischen Erfahrungen ausgesetzt sind", erklärte Shakira Suglia, Studienleiterin und außerordentliche Professorin für Epidemiologie an der Emory University in Atlanta, in einer AHA-Pressemitteilung. Die Folgen des Traumas enden nicht, wenn die Erfahrung vorbei ist. Die Auswirkungen sind viele Jahre nach dem Ereignis noch zu spüren.

Suglia fügte hinzu: "Idealerweise wollen wir verhindern, dass diese Dinge überhaupt passieren, sodass Kinder keine gesundheitlichen Folgen erleiden müssen."

Neben Missbrauch, Vernachlässigung und dem Miterleben von Gewalt können auch die Scheidung oder Trennung der Eltern oder Tod von Vater oder Mutter; Drogenmissbrauch der Eltern; eine hohe Kriminalitätsrate in der nächsten Umgebung; Obdachlosigkeit; Diskriminierung; Armut; und der Verlust eines Verwandten oder eines anderen geliebten Menschen sowohl seelische als auch körperliche Spuren hinterlassen.

Es ist nicht klar, wie traumatische Erfahrungen die Herzgesundheit beeinflussen, aber Forschungsergebnisse legen nahe, dass Verhaltensstörungen, eine beeinträchtigte psychische Gesundheit und biologische Reaktionen auf erhöhten Stress eine Rolle spielen könnten. Die Autoren fügten jedoch hinzu, dass die ihre Studienauswertung keine Ursache und Wirkung beweist.

Quelle: US News, AHA, Circulation





Autor: äin-red