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04.10.2010

Kinder- und Jugendärzte verordnen weniger Antibiotika als Allgemeinärzte

Kinder- und Jugendärzte verordnen Kindern und Jugendlichen in Zweifelsfällen weniger Antibiotika als Allgemeinärzte. Dies ergab eine groß angelegte Kölner Studie...

Kinder- und Jugendärzte verordnen Kindern und Jugendlichen in Zweifelsfällen weniger Antibiotika als Allgemeinärzte. Dies ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie, die nun eine Forschungsgruppe der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Kölner Universität veröffentlichte. Die Forschergruppe hatte dazu das Verordnungsverhalten von Allgemeinärzten und Kinder- und Jugendärzten in Hessen miteinander verglichen. Bei allen Krankheiten, die nicht aufgrund klarer Indikationen von vorneherein ein Antibiotikum erforderten, waren Kinder- und Jugendärzte signifikant zurückhaltender.
Wo eine Diagnose dagegen den Einsatz eines Antibiotikums erforderlich macht, griffen auch Kinder- und Jugendärzte zum Rezeptblock.

„Kinder- und Jugendärzte haben große Erfahrungen in der Beurteilung der unterschiedlichen Krankheitsbilder von Kindern und Jugendlichen, sie wissen, dass viele Infekte primär durch Viren verursacht werden, bei denen die Gabe eines Antibiotikums nutzlos und eher schädlich ist. So ist z.B. bei vielen Infekten wie Harnblasenentzündung, Mittelohrentzündungen oder Atemwegsinfekten der Einsatz von Antibiotika nicht angebracht. Um dies abwägen zu können, braucht man aber die besonderen Kenntnisse eines Kinder- und Jugendarztes, denn viele Erkrankungen haben andere Verläufe als bei Erwachsenen,“ so Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in einer ersten Stellungnahme zu der Studie. Gerade aufgrund vermehrten Auftretens von Antibiotikaresistenzen ist eine genaue Abwägung der Verschreibung von Antibiotika wichtig. Dies ist uns Kinder- und Jugendärzten bewusst, danach handeln wir."

Autor: äin-red