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24.03.2020

Kinder- und Jugendärzte raten zu selbst genähtem Mund-Nasen-Schutz

Kinder können, ohne Beschwerden zu haben, mit dem Coronavirus-2 infiziert sein. Deshalb sollten sie in der Praxis und in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen, um eine Weiterverbreitung zu vermeiden.

© ravipat - stock.adobe.com

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„Die Übertragung von Covid-19 erfolgt durch Tröpfcheninfektion, d.h. kleine virusbelastete Tröpfchen (Aerosole), die beim Sprechen, beim Husten oder Niesen austreten und von Kontaktpersonen aufgenommen werden können. Oberflächen können ebenso damit verunreinigt werden. Ein selbst genähter Mund- Nasen-Schutz kann die Verteilung dieser Tröpfchen deutlich verringern. Ein zuhause angefertigter Mundschutz vermeidet zudem, dass die Engpässe bei der Schutzausrüstung für Fachkräfte zunehmen“, erklärt Frau Dr. Anke Steuerer, Kinder- und Jugendärztin in Augsburg sowie Mitglied beim Vorstand des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Bayern.
Im Internet gibt es verschieden kostenlose Schnittmuster als Vorlage, z.B. unter schnittmuster-und-anleitung-fuer-atemmaske_feuerwehr-essen.pdf oder bei einer Näherin anfordern.

Wichtig: Hierbei handelt es sich ausschließlich um eine zusätzliche Maßnahme zu Kontaktreduktion usw., die sinnvoll sein kann! Die Masken müssen täglich gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden! Masken müssen Nase und Mund abdecken und dürfen nicht ständig auf- und abgesetzt werden!

Kinder und Menschen zwischen 20 und 30 Jahren können das Virus ohne Symptome verbreiten

Eine neue amerikanische Untersuchung von COVID-19-Fällen, die im Morbidity and Mortality Weekly Report veröffentlicht wurde, bestätigte, dass mit zunehmendem Alter die Krankenhausaufenthalte und Todesfälle auch ansteigen. Die Ergebnisse stimmen mit Beobachtungen in China überein, wo Kinder mit COVID-19 seltener schwer erkrankten als Erwachsene. Säuglinge entwickelten jedoch schwerere Verläufe als ältere Kinder.

„Ich begrüße diese Aktion ‚Mütter nähen Masken für ihre Kinder‘, um mit den vorhandenen Möglichkeiten die Ausbreitung des Virus in den Familien und auch in unseren Praxen zu vermeiden“, so Dr. Martin Lang, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Bayern.

Quellen: Pediatrics, AAP News (1, 2), Morbidity and Mortality Weekly, Persönliche Mitteilung
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Dies ist eine Pressemeldung des Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Bayern (BVKJ Bayern). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red