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02.01.2017

Kinder- und Jugendärzte können helfen, wenn Eltern sich in Trennung befinden

Beide Elternteile sowie deren Kinder können bei einer Scheidungs- bzw. Trennungssituation Unterstützung vom Kinder- und Jugendarzt erhalten.

© goodluz - Fotolia.com

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Mithilfe ihres Kinder- und Jugendarztes können Heranwachsende lernen, mit der neuen Familiensituation umzugehen. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht der amerikanischen Pädiater (American Academy of Pediatrics, AAP). "Der Kinder- und Jugendarzt kann ebenso Eltern helfen, indem er ihnen die Reaktionen ihrer Kinder auf ihre Scheidung oder Trennung verständlicher macht", erklärte die Co- Autorin der Studie, Dr. Carol Weitzman.

"Diese Reaktionen werden je nach Alter und Entwicklungsstadium variieren." Eltern sollten ermutigt werden, die Fragen ihrer Kinder ehrlich zu beantworten und ihnen zu erlauben, ihre eigenen Gefühle auszudrücken", riet sie in einer AAP-Pressemitteilung. Kinder und Jugendliche können der Veröffentlichung zufolge emotionale Traumen erleiden und brauchen zusätzliche Unterstützung.
Jedes Jahr lassen sich in Deutschland knapp 165.000 Paare scheiden – seit dem Jahr 2003 nimmt die Zahl der Scheidungswilligen jedoch ab: Waren es im Jahr 2003 noch 213.975 geschiedene Ehepaare, sanken die amtlichen Trennungen bis zum Jahr 2015 kontinuierlich auf 163.335.

Die Experten weisen darauf hin, dass Kinder von unverheirateten Eltern, die sich trennen, vor den gleichen Herausforderungen stehen und ebenso Hilfe brauchen wie diejenigen, deren Eltern sich scheiden lassen. Ein Kinder- und Jugendarzt kann betroffenen Familien am besten zur Seite stehen, indem er eine neutrale Beziehung zu beiden Eltern aufrechterhält und sie berät, wenn Intervention erforderlich ist.

Viele Kinder zeigen im ersten Jahr der Trennung der Eltern Verhaltensänderungen. Doch die meisten Probleme klären sich innerhalb von zwei bis drei Jahren. Dennoch kann ein Kind unter der Abwesenheit eines Elternteils noch Jahre leiden und besonders während der Ferien, an Geburtstagen oder anderen besonderen Ereignissen den Vater oder die Mutter vermissen.

Faktoren, die beeinflussen, wie Kinder die Trennung verarbeiten, sind u.a. ihre Persönlichkeit, die Fähigkeit der Eltern, sich auf die Bedürfnisse und Gefühle der Kinder einzustellen und die Eltern-Kind-Beziehung vor und nach der Trennung.
Emotionen, Verhaltensweisen und Bedürfnisse von Kindern ändern sich mit zunehmenden Alter. „Der Alltag der Kinder - wie Schule, außerschulische Aktivitäten und ihr Kontakt zu Freunden und Familienangehörigen - sollte so normal und unverändert wie möglich bleiben", empfahl Dr. Michael Yogman, Vorsitzender des AAP-Ausschusses für psychosoziale Aspekte der Kinder- und Familiengesundheit.

"Kinder müssen verstehen, dass sie nicht schuld an der Scheidung sind, und ihre Fragen sollten altersgemäß ehrlich beantwortet werden", fügte er hinzu.
Bei Bedarf können Kinder- und Jugendärzte Familien auf entsprechende fachliche Beratungsstellen hinweisen.

Quelle: Statistisches Bundesamt, HealthDay, Pediatrics


 

Autor: äin-red