shit-porn.nethumilationbdsm.combondagego.comjavscatting.com

Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

12.10.2016

Kinder- und Jugendärzte fordern Zuckersteuer auf Softdrinks in Deutschland

Der Genuss süßer Limonaden soll den Käufern sauer aufstoßen. So hätte es gern der Kinder- und Jugendärzteverband und fordert eine Zuckersteuer auf Softdrinks. Kritik der Mediziner zielt in Richtung Politik und Industrie. Doch die wehrt sich.

© Grischa Georgiew - Fotolia.com

© Grischa Georgiew - Fotolia.com

Zum Schutz der Gesundheit fordert der Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland auf Limonaden und Softdrinks.

„Solch eine Abgabe ist unumgänglich. Anders geht es nicht“, sagte Präsident Thomas Fischbach auf dem Kongress im hessischen Bad Orb. Die Verbraucherschützer von Foodwatch empfehlen bereits, 20 bis 30 Cent pro Liter Süßgetränk zu erheben. Dieser Forderung schließe sich der Verband an, erklärte Fischbach. Die Einnahmen - mutmaßlich eine Milliarde Euro - könnten in Schutzprogramme gegen Diabetes fließen.

Fischbach sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Allein auf Freiwilligkeit und Vernunft zu setzen, fruchtet nicht.“ Die Zahl der Raucher sei auch erst durch Verbote und einer Verteuerung von Zigaretten gesunken. Der Verband kritisiert, dass Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) nur auf Verbraucher-Information, Transparenz und Ernährungsbildung setze.
„Das Wohl der Nahrungsmittelindustrie ist der Politik offensichtlich wichtiger als die Gesundheit der Kinder“, sagte Fischbach.

Die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke erwiderte: „Eine Strafsteuer allein auf Softdrinks ist nicht geeignet, um ein komplexes gesellschaftliches Problem wie Übergewicht zu lösen. Eine solche Steuer macht nicht schlank oder gesund, sondern ist Symbolpolitik.“

Wie der Kinder- und Jugendärzteverband erläuterte, haben bereits andere Länder mit einer Zuckersteuer geliebäugelt, sie geplant oder eingeführt. In Frankreich gelte seit 2012 eine Zusatzsteuer von sieben Cent pro Liter. Großbritannien wolle 2018 eine Abgabe einführen, um stark gesüßte Getränke für Konsumenten unattraktiv zu machen.

Foodwatch hatte vor kurzem berichtet, dass mehr als jeder zweite Softdrink in Deutschland überzuckert sei. Nach dem Ergebnis einer Studie enthalten 274 von insgesamt 463 untersuchten Produkten (59%) mehr als 5% Zucker. In 171 Produkten (37%) stecken sogar mehr als 8% Zucker, also sechseinhalb Stücke Würfelzucker pro 250 Milliliter. Getränke mit einem Anteil von mehr als 5% gelten in Großbritannien als überzuckert.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, 25 Gramm Zucker pro Tag in verarbeiteten Lebensmitteln nicht zu überschreiten. „Das halte ich für viel. Besser wären zehn bis fünfzehn Gramm“, sagte Fischbach.

Alkohol in der Schwangerschaft: Mehr Aufklärung nötig

Die Kinder- und Jugendärzte warnten bei ihrem Kongress mit rund 300 Teilnehmern zum Thema Prävention zudem, dass sich Frauen davor hüten sollten, Alkohol in der Schwangerschaft zu trinken. „Aufklärung tut dringend not. Denn immer noch gilt in der Bevölkerung: ein paar Schlucke Bier oder Wein können doch nicht schaden. Das ist falsch.

Jeder Schluck schadet dem ungeborenen Kind“, sagte Fischbach. Zahlen belegten das: Pro Jahr würden in Deutschland rund 10.000 Kinder mit einem Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) geboren. Damit zähle das Krankheitsbild zu den häufigsten angeborenen Krankheiten.

Die Folgen fallen unterschiedlich aus. Sie reichten von körperlichen Fehlbildungen, Wachstumsstörungen und Herzfehlern bis zu Schädigungen des zentralen Nervensystems, so der Verband. Das Thema Alkohol in der Schwangerschaft werde im kommenden Jahr eine größere Rolle spielen.
Nach Absprache mit der Drogenbeauftragten beim Bund, Marlene Mortler, wolle das Bundesgesundheitsministerium das Thema 2017 aufgreifen.
Der Verband zeigte sich besorgt über die hohe Zahl von chronisch kranken Kindern in Deutschland. Nach einer Hochrechnung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin leben in Deutschland zurzeit rund 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen, zum Beispiel mit Asthma, mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, Seh- oder Hörschäden, Knochen- und Gelenk- oder Hauterkrankungen. „Über 90% der chronisch kranken Kinder erreichen dank des medizinischen Fortschritts das Erwachsenenalter“, erklärte Fischbach. Sozial schwache Familien bräuchten aber besonders viel Unterstützung.

Quelle: dpa

Autor: äin-red