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02.03.2010

Kinder nicht im Hochstuhl „aufbewahren“

Sitzen Kinder im Hochstuhl, sind ihre Eltern besser immer in der Nähe. Gefährlich wird es für den Nachwuchs, wenn der Stuhl als „Aufbewahrungsmittel“ genutzt wird und das Kind darin unbeaufsichtigt ist, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Denn Kinder hätten dann schnell das Bedürfnis, sich aus dem Stuhl zu befreien. Richten sie sich darin auf oder stoßen sie sich mit den Füßen von der Tischplatte ab, könne das zu folgenschweren Stürzen mit Kopfverletzungen führen ...

Wenn Babys mit etwa 7 bis 9 Monaten sicher sitzen können und am großen Familien-Esstisch dabei sein wollen, ist der Kinderhochstuhl ein unverzichtbares Möbelstück. Gleichzeitig sind kleine Kinder, die ihre Bewegungslust entdecken, gerade jetzt gefährdet. Immer wieder landen Kinder nach einem Sturz aus dem Hochstuhl im Krankenhaus, meist wegen Verletzungen am Kopf. Daher sollten Eltern den Stuhl nicht als „Aufbewahrungsmittel“ benutzen und beim Kauf eines Hochstuhls einige Sicherheitsaspekte berücksichtigen:

  • Hochstühle müssen standfest und belastbar sein. Kinder lieben es, selbst in ihren Hochstuhl zu klettern - dabei sollte der Stuhl natürlich nicht umkippen. Einen Zug von 15 Kilogramm sollten die Stühle auf jeder Seite aushalten können (DIN-Norm!).
  • Der Stuhl sollte stabil und gut verarbeitet sein. Achten Sie auf abgerundete Kanten und gesteckte Verbindungen zwischen den Holzteilen. Sie sind stabiler als Schraubverbindungen.
  • Ein Hochstuhl darf keine Rollen haben.
  • Ein waschbares Stoffpolster ist besser als ein Polster aus Kunststoff, auf dem die Kinder besonders im Sommer, schnell schwitzen und sich dann aus dem Stuhl befreien wollen.
  • Das Sicherheitsband ("Schrittgurt") zwischen den Beinen muss so fest verankert sein, dass auch ältere Geschwister es nicht lösen können. Löst sich das Sicherheitsband, rutscht das Kind mit den Füßen voran aus dem Hochstuhl. Der Kopf kann zwischen der Unterkante des Hochstuhltisches und der Sitzauflage eingeklemmt werden; das Kind kann ersticken.
  • Hochstühle sollten kindgerecht geformt und bequem sein sowie „mitwachsen", bis das Kind mindestens sechs Jahre alt ist. Deshalb sollten sich Sitz, Rückenlehne und Fußstützen auf das wachsende Kind passend einstellen lassen. Treppenartige Hochstühle wachsen besser mit als Tisch-Stuhl-Kombinationen mit starren Seitenteilen, aus denen ein Kind spätestens im dritten Lebensjahr herausgewachsen ist.

Zu Hause, d.h. im täglichen Gebrauch achten Sie bitte auf Folgendes:

  • Lassen Sie Ihre Kinder nicht ohne Aufsicht und nicht zu lange im Hochstuhl sitzen, weil die Stühle zu wenig Bewegungsfreiheit bieten. Die Kinder werden unruhig, beginnen zu schaukeln oder sich aufzustemmen und sich aus dem Stuhl zu befreien. Dabei kann der Stuhl schnell umkippen oder das Kind vom Stuhl fallen.
  • Die häufig angebotenen Hochstühle mit mehreren Funktionen oder Tisch-Stuhl-Kombinationen, an denen das Kind auch spielen kann, sollten nicht dazu verführen, die Kinder zu lange in den Stühlen sitzen zu lassen. Zum Spielen sind der Fußboden oder kleine Tischchen sehr viel besser geeignet, weil Kinder hier nicht abstürzen können.
  • Achten Sie darauf, dass Hochstühle immer eben stehen, also nicht z.B. mit einem Bein auf einem Teppich oder – oft unbemerkt – auf Spielklötzchen.
  • Hochstühle immer so aufstellen, dass das Kind sich nicht mit den Füßen an der Tischplatte abstoßen kann.

Autor: äin-red