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10.11.2016

Kinder entwickeln erst im Grundschulalter ihr Zeitgefühl

Ein Gefühl für Zeit bekommen die meisten Kinder erst in der Grundschule. Für Kindergartenkinder ist Zeit noch zu abstrakt, um sie begreifen zu können. Eltern können ihren Vorschulkindern aber mithilfe von konkreten Erfahrungen bestimmte Zeitspannen erklären.

© sil007 - Fotolia.com

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Kleine Kinder haben noch kein Zeitgefühl. Das entwickelt sich erst im Alter von fünf bis sieben Jahren, erklärt der Psychologe Marc Wittmann. Zeit sei etwas Abstraktes, das die Kleinen noch nicht verstehen. Gegenständliche Dinge, die sie wahrnehmen können, begreifen sie dagegen früher. Zum Beispiel, wenn ihre Mutter auf etwas Blaues zeigt und sagt: „Das ist blau.“
Holen Eltern einmal später als sonst ihren Nachwuchs aus dem Kindergarten ab, müssen sie sich deshalb keine Vorwürfe machen.

Vorausgesetzt, die Erzieher verstehen es, die Kinder auf andere Gedanken zu bringen. Spielen lenkt sie ab. „Oft versinkt das Kind total darin und bemerkt gar nicht die Zeit, die verstreicht", so Wittmann, der am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg unter anderem zur Zeitwahrnehmung von Menschen forscht.

Kinder verstehen Zeitspannen besser, wenn sie etwas mit konkreten Erfahrungen verbinden. „Übermorgen fahren wir zur Oma“, sei für sie oft zu abstrakt, sagt Wittmann. Statt übermorgen könnte man auch sagen: „Wir schlafen noch zweimal, dann fahren wir zur Oma.“

Quelle: dpa

Autor: äin-red